Samstag, 25. Mai 2013

Champions League

25. Mai 2013, 20.45 Uhr: Ich habe meine Ausgangsposition erreicht. Während in London das Champions-League-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund angepfiffen wird, bin ich in Glonn, rund 20 Kilometer östlich von München angekommen und tue das, was ich während wichtiger Fußballspiele am liebsten tue: Ich fahre Motorrad.
Die nächsten zwei, zweieinhalb Stunden werden die Straßen leer, die Mitglieder der Rennleitung vor irgendeinem Fernseher und die Besoffenen in irgendeiner Kneipe sein.
Was ich schon bei Finalspielen zur EM und WM ausprobiert habe, klappt auch heute: Nix los, alles meins. Das Wetter hätte besser sein können, doch meine neue Textiljacke kann auch mal einen Schauer vertragen. Es werden an diesem Abend 193 Kilometer werden, die letzten 60 allerdings Autobahn, weil man nachts auf der Landstraße so schlecht sieht, wo die Kurven verlaufen. Um 22:30 Uhr bin ich wieder zuhause - rechtzeitig, um den Autocorsos aus dem Weg zu gehen, denn die Bayern haben wohl gewonnen, erzählt man mir.
Herzlichen Glückwunsch - und vielen Dank für zwei Stunden freie Fahrt.

Montag, 21. Januar 2013

Red-Bullet.net - Das Blog zum Buch

Kleiner Hinweis in eigener Sache: Unter www.red-bullet.net ist ab sofort das Blog zum Roman Red Bullet erreichbar. Dort werde ich Geschichten aufgreifen, die thematisch zum Buch passen. Aktuell online: Bilder von der Mondsonde Grail kurz vor ihrem Absturz. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.

Montag, 14. Januar 2013

Kampagnenjournalismus

"Focus Online" nennt sie nur noch die "Zwangsgebühr" und stachelt seine Leser zu immer neuen Hasstiraden gegen eine Säule der Demokratie an: Den offentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) und die Gebührenfinanzierung.

Damit befindet sich der Onlinedienst aus dem Hause Burda in bester Gesellschaft: Auch "Bild" lässt nichts unversucht, die Rundfunkgebührenreform als asozial und ungerecht darzustellen.

Hinter diesem Kampagnenjournalismus steckt Methode. Es geht gar nicht um die längst überfällige Umstellung der Gebührenfinanzierung von einer Geräte- auf eine Haushaltsbasis, es geht um die Gebührenfinanzierung an sich. Sie erlaubt es nämlich ARD und ZDF, ein qualitativ unerreicht gutes Programm zu machen, ohne sich den Gesetzen des Boulevard zu unterwerfen. Und das stinkt den privaten Medienunternehmern in diesem Land, seitdem es den ÖRR gibt.

Mich erstaunt in der ganzen Debatte, wie schwach das Wissen um die historischen Gründe für die Einführung des ÖRR-Systems ausgeprägt sind. Die Schöpfer unseres Grundgesetzes hatten vor Augen, welch unheilvolle Wirkung die Kombination aus einem politisch einseitigen Mediengiganten wie Alfred Hugenberg und der staatlichen Propagandakontrolle über den Rundfunksektor entfaltet hat. Deshalb beschlossen sie, dass der Rundfunk in der Bundesrepublik Deutschland föderal organisiert und staatsfern zu sein hat. Staatsfern, das bedeutet auch: Nicht staatlich finanziert, deshalb dürfen ARD und ZDF nicht aus Steuermitteln finanziert werden, sondern müssen eine eigene Gebühr erheben.

Seitdem es diese Gebühr gibt, wollen sich immer wieder Schlauberger darum drücken mit der Begründung. "Wieso, ich gucke doch nur Private!". Doch die Schöpfer des Grundgesetzes haben den ÖRR als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe definiert, die nicht nur von denen bezahlt wird, denen der ÖRR etwas wert ist, sondern von allen. Es ist wie mit U-Bahnen, öffentlichen Schwimmbädern und Stadtbüchereien: Man muss auch für ihren Betrieb und Ausbau zahlen, selbst wenn man sie nicht nutzt. Und das ist auch gut so. Müssten nämlich U-Bahnen sich aus ihren eigenen Einnahmen decken, dann gäbe es weniger davon - und das würden auch die Nicht-U-Bahnfahrer merken, es wären dann nämlich mehr Menschen auf der Straße unterwegs.

Es gibt auch in manchen Ländern, in denen es keine Bestandsgarantie für öffentlichen Rundfunk gibt, nichtkommerzielles Radio und Fernsehen. Doch dort hat es keine Chance, im Konzert der kommerziellen Stationen Gehör zu finden, denn guter Journalismus kostet Geld, viel Geld. Anders in Großbritannien (BBC) und in Deutschland (ARD/ZDF): Hier ist der ÖRR so ausgestattet, dass er eine Programmgüte abliefern kann, die den ÖRR im Relevant Set der Zuschauer verankern, denn der beste Informationsrundfunk ist nichts wert, wenn ihn keiner sieht.

Für den privaten Rundfunk ist der ÖRR eine lästige Konkurrenz, deshalb agitiert er unablässig gegen den ÖRR - unterstützt von Politikern vor allem als dem konservativen Lager. Das verwundert nicht, denn einen ernst zu nehmenden investigativen TV-Journalismus haben die Privaten in Deutschland noch nie hinbekommen, schon ein Polit-Magazin wie "Monitor" sucht bei Pro7 & Co. seine Entsprechung vergeblich.

Es mag sein, dass es Leute stört, dass sie Volksmusik im Ersten vorgesetzt bekommen, aber Arte, 3sat und ZDF Neo einmal einberechnet, gibt es zu jeder Zeit genügend Alternativen. Dazu die Möglichkeit, auf dem PC, dem Smartphone oder dem Tablet diverse Mediatheken zu nutzen. So was ließe sich durch Werbeeinnahmen allein schwerlich finanzieren, deshalb würde es das auch nicht geben, selbst wenn der ÖRR einfach abgeschafft würde. Und ehrlich: Wann hat das Privatfernsehen in Deutschland das letzte Mal einen bedeutenden Politikskandal aufgedeckt?  

Samstag, 12. Januar 2013

Ich hab's getan: Red Bullet


Seit einer Woche ist es jetzt auf dem Markt: Mein erstes Buch. Es ist als Kindle-eBook bei Amazon erhältlich, hat inzwischen schon einige Abnehmer gefunden, und eine erste Rezension gibt es auch schon.

Das ist alles ganz schön aufregend.

Red Bullet ist ein Verschwörungsroman. Die Story: Ein finnisches Fischerboot findet im Nordatlantik eine mysteriöse, sowjetische Raumkapsel, die dort offensichtlich schon seit Jahrzehnten im Wasser treibt. Die Kapsel wird geborgen und zur weiteren Untersuchung nach Helsinki gebracht. Ray Higgins, Pressesprecher des NASA, wird von seinem Chef nach Finnland geschickt, um dort gemeinsam mit der ebenso schönen wie ehrgeizigen Fernsehjournalistin Fiona Mulholland eine Reportage über die Untersuchung der Kapsel zu drehen. Was als reiner PR-Einsatz beginnt, gerät bald aus den Fugen, denn eine geheimnisvolle Macht versucht alles, um zu verhindern, dass das Geheimnis der Kapsel gelüftet wird. Und schreckt dabei auch vor Mord und Zerstörung nicht zurück.

Warum habe ich dieses Buch geschrieben? Die Geschichte der bemannten Raumfahrt - und besonders das Rennen zum Mond - ist für mich eine der faszinierendsten Abschnitte des 20. Jahrhunderts. Wer einmal im Kennedy Space Center in Florida vor einer Apollo-Kapsel gestanden und sich vorgestellt hat, dass mit einer solchen Keksdose Menschen zum Mond und zurück geflogen sind, der kommt nicht umhin, den Beteiligten größten Respekt zu zollen. Gleichzeitig fand das wohl größte Abenteuer der Menschheit mitten im Kalten Krieg statt - ohne den Kalten Krieg hätte es womöglich gar nicht stattgefunden. Noch heute sind die Amerikaner - und auch die Russen - unermesslich stolz auf ihre Erfolge im Weltraum. Ein ideales Feld, um einen Verschwörungsroman anzusiedeln.

Für mich war die Arbeit am Roman eine sehr intensive Zeit. Als Journalist bin ich es gewohnt, mich erstens an die Fakten zu halten und zweitens mit allem, was ich schreibe, nach wenigen tausend Zeichen fertig zu sein, schließlich haben wir ja nicht unendlich viel Platz im Heft. Aus Dichtung und Wahrheit eigene Fakten zu schaffen, das war eine ganz neue Erfahrung. Obwohl Handlung und Personen natürlich frei erfunden sind, wollte ich ein möglichst realistisches Buch schreiben, alles, was in "Red Bullet" passiert, sollte auch möglich erscheinen. Am Ende habe ich - obwohl die ganze Handlung in meinem Kopf entstanden ist - doch erstaunlich viel recherchieren müssen. Aber es hat mir großen Spaß gemacht.

Warum gibt es Red Bullet nicht auf Papier? Es war schon immer schwer, einen Verlag davon zu überzeugen, das Buch eines unbekannten Autors zu verlegen. Inzwischen, so haben mir Kollegen versichert, ist es fast aussichtslos. Anstatt deutsche Autoren aufzubauen, kaufen die Verlage lieber Lizenzen von Romanen, die im Ausland bereits gelaufen sind. Ich habe das Manuskript einer Reihe von Verlagen angeboten, die eine Hälfte hat mit einem nichtssagenden Formschreiben abgesagt, die andere noch nicht einmal das. Vom Lektor eines großen deutschen Verlages habe ich gehört, dass dieser Verlag in den fünf Jahren, in denen dieser Mann dort arbeitet, noch kein Manuskript verlegt hat, das ihnen unaufgefordert angeboten wurde. Zum Glück gibt es inzwischen Alternativen: Man kann sein Buch selbst verlegen oder als eBook herausbringen. Bei den üblichen Print-on-Demand-Plattformen gibt es allerdings ein kleines Problem: Der Roman ist recht umfangreich - als Paperback-Ausgabe würde er auf über 500 Seiten kommen. Damit sind die meisten PoD-Plattformen überfordert - und jedes einzelne Buch würde auch sehr teuer.

Warum Amazon Kindle, warum nicht ein offenes Format? Wenn ich jemanden in der U-Bahn sehe, der auf einem eBook-Reader liest, dann ist es in acht von zehn Fällen ein Kindle. Die Amazon Self-Publishing-Plattform funktioniert für den Autor schnell und einfach. Außerdem bietet Amazon Kindle-Software für alle möglichen Plattformen an: PC, Mac, iOS (iPhone und iPad) und Android. Über den Kindle Cloud Reader kann man Kindle-Bücher sogar auf Linux-Systemen lesen. Ich finde, das ist ganz schön offen.

Ich würde mich freuen, wenn ich euch auch bald zu meinen Lesern zählen dürfte - nicht nur in diesem Blog.

Montag, 17. Dezember 2012

Ein Satz mit X: Das wahr wohl nix, DriveNow

Eigentlich ist DriveNow ein cooles Konzept: BMW und Mini haben 300 Autos im Stadtgebiet München verteilt - in anderen Städten gibt es das auch. Man kann sich eins über sein Smartphone reservieren, hingehen, seinen Führerschein (mit einem DriveNow-Sticker drauf) an einen Sensor halten, einsteigen und losfahren. Ist man angekommen, stellt man das Auto wieder ab, hält seinen Führerschein an den Sensor und fertig. Die Kosten: 29 Cent pro Minute Fahren, 10 Cent pro Minute Parken. Na ja, eigentlich.
Heute wollte ich mit einem DriveNow-Mini von der Arbeit heim fahren, weil ich Hemden von der Wäscherei dabei hatte. Es ließ sich zunächst gut an, laut Smartphone stand ein Mini rund 300 Meter von der Wäscherei entfernt, also reserviert (gilt eine Viertelstunde), Hemden geholt, Auto gesucht, aufgeschlossen, Hemden rein und los.
Sofort nach der Abfahrt alarmierte mich das Auto, ich müsse tanken. Der Bordcomputer zeigte eine Restreichweite von sechs(!) Kilometern an. Okay, Tankkarten sind an Bord, also auf zur Tanke, eine Esso liegt am Weg. Dort angekommen, musste ich erst einmal erfragen, mit welcher Karte ich denn tanken könne, denn laut DriveNow-Bordcomputer kann ich bei Total, Shell und Esso tanken, es waren aber nur Karten für Total und Shell an Bord.
Falls das hier ein DriveNow-Kunde liest: Die Shell-Karte geht auch für Esso.
Dann wollte ich tanken, was aber daran scheiterte, dass der Tankdeckel sich nicht entriegeln ließ. Auch die Heckklappe und die Beifahrertür waren verriegelt. Also vermutlich irgend so eine Panik-Schaltung für Blondinen, die im Parkhaus Angst vorm Schwarzen Mann haben. Das Problem: Nirgends lässt sich herausfinden, wie der Scheiß-Tankdeckel aufgeht. Verriegeln und wieder Öffnen brachte nichts, Nach einem Entriegelungsknopf suchen brachte auch nichts. Meiner Ansicht nach gehört der Kerl, der das Interior Design dieser Karre verbrochen hat, geteert und gefedert. Im Handschuhfach lag ein Merkblatt für Notfälle, darauf stand eine 0180er Nummer, die ich gern mit meinem Handy angerufen hätte, aber das lag im Kofferraum, und der war verriegelt. So langsam wurde ich etwas missgestimmt. Ich legte dem Mann hinter dem Tankstellenschalter die Situation dar, er zeigte sich einsichtig und gab mir ein Schnurlos-Telefon. Am anderen Ende der Hotline meldete sich eine Stimme und beschied mir, ich würde außerhalb der Geschäftszeiten anrufen, außerdem könne ich mich im Internet informieren...
Falls das hier jemand von DriveNow mitliest: Es war Montag, 18:45 Uhr. Auf der Karte stand etwas von 24h-Service.  
Nach einer gefühlten Ewigkeit bin ich weitergefahren. Der Sprit hat dann noch bis zuhause gereicht. Immerhin ging zuhause der Kofferraumdeckel wieder auf, sonst hätte ich die Karre glaube ich aufgebrochen. In meiner Mailbox ist jetzt eine Abrechnung angekommen über 8,70 Euro, das macht 30 Minuten. 2 Minuten hatte ich noch in meinen Bonusmeilen, macht also 32 Minuten für fünf Kilometer Fahrt.
Na klasse.
Falls ein DriveNow-Kunde bis hierher mitgelesen hat: In den Mini mit der Nummer M-PY 7425 würde ich an eurer Stelle erst einmal nicht mehr einsteigen, zumindest nicht, solange er in München-Laim steht. Denn viel Sprit kann der nicht mehr im Tank haben. Wirklich nicht.
Update: Gerade (23. Dezember!) kam eine E-Mail von DriveNow. Man entschuldigt sich für mein Ungemach, kann sich den Grund dafür nicht recht erklären und schreibt mir 15 Minuten Fahrzeit gut. Okay, das finde ich in Ordnung.