Freitag, 5. Dezember 2008

Das kleine Besteck



Das analoge Foto-Zeitalter begann für mich etwa 1975, als ich von meiner Tante Hildegard zur Konfirmation eine Agfapocket 4008 geschenkt bekam - und es endete 2003, als ich mir von den Kollegen im Büro eine Olympus Camedia 2500L auslieh und mit in den Urlaub nahm. Danach habe ich keinen Film mehr durch eine Kamera gezogen und zum Entwickeln getragen. Die geliehende Olympus wich einer gekauften Ricoh, einer kleinen Automatikknipse, die mir vor einem Jahr einmal hingefallen ist und seitdem im Telebereich nicht mehr scharf abbildet. Mit der Ricoh wurde übrigens das Foto von meiner Motorradtour durch das Namlostal aufgenommen.

Seit 2005 habe ich eine "richtige" Digitalkamera, eine DSLR (Digitale Spiegelreflexkamera): Ich kaufte mir eine Canon EOS 300D, ein Vorführmodell, das zusammen mit dem Zoomobjektiv 18-125 mm rund 800 Euro gekostet hat.

In den letzten drei jahren hat mich die EOS durch mehrere Länder Europas und in die USA begleitet. Die Bildqualität ist für meinen Geschmack trotz des veralteten 6,3 Megapixel-Sensors immer noch zeitgemäß, sie ist eine große Kamera für meine großen Hände - und jetzt hat sie Konkurrenz bekommen.

Vergangenen Sonntag habe ich mir auf dem Hauptbahnhof in Hannover noch eine Digitalkamera von Canon gekauft, eine Powershot 590 IS. Sie sehen sie auf dem Bild links von meiner EOS. Das Bild ist zwar zusammenmontiert, aber die Größenverhältnisse kommen etwa hin.

Diese kleine Knipse soll eine Konkurrenz für die große Spiegelreflex sein? Ja, denn sie kann in vielen Bereichen gut mithalten - und mehr:

  • Verschlusszeit, Blende und Blitzleistung lassen sich manuell oder automatisch einstellen

  • Das Objektiv deckt einen Brennweitenbereich von 35 bis 140 mm ab (auf Kleinbild-Verhältnisse umgerechnet). Außerdem hat es einen optischen Bildstabilisator

  • Die Aufnahmeempfindlichkeit lässt sich manuell zwischen ISO 80 und ISO 1600 einstellen

  • Der Autofokus besitzt eine Gesichtserkennung

  • Die Belichtungsmessung besitzt drei Messcharakteristika, die Belichtung lässt sich nach oben oder unten korrigieren.

  • Die Bilder lassen sich in verschiedenen Farbstimmungen oder als Schwarzweißfoto ablegen

  • und noch etwa 30 weitere Extras, die ich jetzt nicht aufzählen möchte.

Kurz: Die Kamera kann alles, was man unterwegs so brauchen könnte. Sie braucht keinen Spezialakku, sondern nur zwei Mignonzellen, die man in jedem Supermarkt bekommt. Was sie nicht hat, das ist ein Blitzschuh. Glücklicherweise hatte ich mir bereits vor einiger Zeit einen Metz 34CS2 Digital besorgt, einen kleinen Sklavenblitz, der vom Blitz der Kamera gezündet wird und dann für eine ordentliche Ausleuchtung sorgt. Das weiche Licht, mit dem das obere Foto gemacht wurde, stammt übrigens vom Metz. Er lag auf dem Tisch und blitzte bei der Aufnahme gegen die Decke.



So ausgestattet, wiegt die ganze Geschichte kaum 300 Gramm, trägt in der Tasche kaum auf und kann eigentlich alles, was eine Kamera können muss, um mich zum Beispiel auf einen Fototermin zu begleiten. Aber die alles entscheidende Frage lautet: Was taugt die Bildqualität?

Nun, der Unterschied zur DSLR ist geringer, als man meinen möchte: Im Bild oben wurde das Foto von der EOS mit der Powershot gemacht, das Foto von der Powershot mit der EOS. Weitere Vergleichsfotos können Sie hier sehen: http://picasaweb.google.de/fkemper/ISOTest# Dafür ist der Preisunterschied umso massiver: Die EOS hat mit dem abgebildeteten Objektiv rund 800 Euro gekostet, die CF-Speicherkarte mit 1GB kostete damals noch einmal 75 Euro. Die Powershot hat (nagelneu) 119 Euro gekostet, die SD-Speicherkarte mit 2 GB Kapazität kam noch mit 5,99 Euro dazu.

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