Sonntag, 26. April 2009

Der erste Tag: 566 Kilometer

So, die Dusche hat gewirkt: ich bin wieder vorzeigbar. Die Route, die mir das Navi durch Thüringen gesteckt hat, war zuerst wirklich schön, der Rennsteig ist ein wunderbares Motorradrevier. Doch rund 25 Kilometer vor Erfurt schickte mich das Programm plötzch auf die Autobahn - und hatte offenbar vor, mich dort bis nach Göttingen zu lotsen. Also bin ich an einem Autohof runter und habe die Route ohne Autobahn neu berechnen lassen. Leider sind weite Teile des Thüringer Landstraßennetzes noch langweiliger - schnurgeradeaus bis zum Horizont, und damit sich die Dorfjugend net derrennt, mit Radarfallen verseucht. Städte wie Gotha, Arnstadt oder Bad Langensalza wären einen längeren Besuch wert, wenn die dort laufenden Bauarbeiten abgeschlossen sind. Und nach wie vor erstaunt es mich, wie viel - oft total heruntergekommene - DDR-Hinterlassenschaft noch überall zu sehen ist.
In Mühlhausen habe ich mir in der schnuckeligen Altstadt einen leckeren Eiskaffee gegönnt - und meinem Helmvisier eine gründliche Insektenleichen-Reinigung. Neben mir saß ein lokaler Motorradfaher und würdigte mich keines Blickes. Vielleicht war er ja geistig behindert - sein Fireblade hatte er immerhin auf dem Behindertenparkplatz geparkt.
Die letzten Kilometer bis Göttingen gerieten unerwartet schön. Kurvige Straßen in netter Landschaft. Und für einen verstädterten Speckring wie in München ist Göttingen wohl zu klein.

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