Sonntag, 14. Dezember 2008

Besuch im Orbit


In anderen Ländern würden Orte wie dieser "Satellite City" heißen, "Ville d'Espace" oder wenigstens "Gagarinograd", doch wir sind in Deutschland, wo Telefone "Fernsprechapparat" heißen und Briefmarken "Postwertzeichen". Die Behörde, die solche Produktbezeichnungen erfunden hat, ist auch für die Entstehung der Erdfunkstelle Raisting verantwortlich.

Mitten im malerischen Oberbayern, am südwestlichen Ende des Ammersees gelegen, begann die Deutsche Bundespost im Jahr 1963 mit der Errichtung von Satelliten-Funkantennen für die Übertragung von Transatlantik-Telefongesprächen, später auch von TV-Übertragungen.

Die erste Antenne wurde in eine Kuppel mit 32 Metern Durchmesser gebaut, das so genannte Radom. Ursprünglich sollten in Raisting vier solcher Radome entstehen, aber kurze Zeit später entwickelten die Funktechniker Parabolantennen, die ohne die schützende Kuppel auskamen.

Von Raisting aus wurden die ersten Live-TV-Übertragungen aus Deutschland in alle Welt gesendet, es wurden Forschungssatelliten getrackt und wissenschaftliche Daten übertragen. Jede der großen Parabolantennen ist knapp 40 Meter hoch.

Als aus der Bundespost die Telekom wurde, übernahm sie die Anlage. Allerdings machte die Glasfasertechnik die Satellitenübertragung zunehmend unwirtschaftlich, außerdem benötigen moderne Kommunikationssatelliten wie der Astra deutlich kleinere Antennen. Wenn heute eine Satelliten-Live-Übertragung gebraucht wird, zum Beispiel zur Fußball-WM 2006, greifen die Fernsehanstalten auf die Satellitenanlage im Fernsehzentrum München-Unterföhring zurück.

Ende 2005 fuhr die Telekom in der Erdfunkstelle Raisting die letzte Schicht, im Januar 2006 wurde die Anlage an das US-Telekommunikations-Unternehmen Emerging Markets Communications Inc. (EMC) verkauft, heißt es bei Wikipedia. EMC stellt insbesondere im Auftrag von Hilfsorganisationen und verschiedenen Agenturen der Vereinten Nationen weltweit satellitengestützte Telekommunikationslösungen bereit.

Seit 2004 gibt es den "Förderverein Industriedenkmal Radom Raisting e.V." , der das Radom als Technik-Denkmal erhalten und ausbauen will - seit 1999 steht das Radom unter Denkmalschutz. Im Sommer wird die Außenseite des Radoms als Kino-Leinwand zweckentfremdet. Nach einer Information der Gemeinde Raisting vom Frühjahr 2008 sind derzeit noch sieben Antennen der Erdfunkstelle aktiv. Wie lange das noch so bleiben wird, ist unklar. Deshalb mein Rat: Fahrt hin und seht Euch die gewaltigen Antennen mit eigenen Augen an, solange es sie noch gibt.

Ich war heute da, die Bilder seht Ihr hier .

Samstag, 13. Dezember 2008

Was ist eigentlich eine Tschaika?

Sicherlich ist Euch auf dieser Seite der Straßenkreuzer oben rechts im Bild aufgefallen. Auf den ersten Blick sieht das Foto aus wie seitenverkehrt, was aber daran liegt, dass die Buchstaben auf der Motorhaube keine lateinischen, sondern kyrillische Lettern sind. Bei dem Wagen handelt es sich um eine Tschaika (Чайка), das ist russisch und bedeutet "Möwe". Diese Möwe ist ein ziemlich fetter Vogel, eine sechssitzige Stretch-Limousine mit 2,3 bis 2,6 Tonnen Leergewicht und einem 5,5-Liter V8-Motor mit - je nach Quelle - 195 bis 220 PS. Die Tschaika wurde von 1959 bis 1977 in der abgebildeten Form gebaut, danach bekam der Wagen eine modernere Karosserie. In der gesamten Bauzeit entstanden gut 3.700 Stück - weit gehend in Handarbeit. Die Tschaika kam nie in den normalen Handel. Wer in einer Tschaika gefahren wurde, war in der Nomenklatur der UdSSR ziemlich weit oben angelangt und hatte sicherlich keine Probleme damit, dass das Auto deutlich über 20 Liter auf 100 durch seine beiden Vergaser zog.

Die abgebildete Taschika habe ich vor ein paar Jahren vor dem Meilenwerk in Berlin gesehen. Das Berliner Kennzeichen war ein wenig schief angebracht und störte nur, ich habe es wegretuschiert. Dasselbe gilt für zwei massive Standartenstangen auf den Frontkotflügeln.
Es gibt übrigens eine Anekdote von einem findigen Autosammler in der DDR, dem es damals gelungen war, mit Beziehungen und unendlicher Geduld aus Ersatzteilen und Schrott eine Tschaika zusammenzubasteln. Damit fuhr er einmal in Ost-Berlin direkt vor ein provsiorisches Halteverbotsschild, das dort am Straßenrand stand. Nach einiger Zeit kam ein Vopo-Beamter und sah die Tschaika im Halteverbot stehen. Flugs holte sich der Mann zwei Kollegen zur Verstärkung - und rückte das Halteverbotsschild ein paar Meter weiter.

Freitag, 5. Dezember 2008

Das kleine Besteck



Das analoge Foto-Zeitalter begann für mich etwa 1975, als ich von meiner Tante Hildegard zur Konfirmation eine Agfapocket 4008 geschenkt bekam - und es endete 2003, als ich mir von den Kollegen im Büro eine Olympus Camedia 2500L auslieh und mit in den Urlaub nahm. Danach habe ich keinen Film mehr durch eine Kamera gezogen und zum Entwickeln getragen. Die geliehende Olympus wich einer gekauften Ricoh, einer kleinen Automatikknipse, die mir vor einem Jahr einmal hingefallen ist und seitdem im Telebereich nicht mehr scharf abbildet. Mit der Ricoh wurde übrigens das Foto von meiner Motorradtour durch das Namlostal aufgenommen.

Seit 2005 habe ich eine "richtige" Digitalkamera, eine DSLR (Digitale Spiegelreflexkamera): Ich kaufte mir eine Canon EOS 300D, ein Vorführmodell, das zusammen mit dem Zoomobjektiv 18-125 mm rund 800 Euro gekostet hat.

In den letzten drei jahren hat mich die EOS durch mehrere Länder Europas und in die USA begleitet. Die Bildqualität ist für meinen Geschmack trotz des veralteten 6,3 Megapixel-Sensors immer noch zeitgemäß, sie ist eine große Kamera für meine großen Hände - und jetzt hat sie Konkurrenz bekommen.

Vergangenen Sonntag habe ich mir auf dem Hauptbahnhof in Hannover noch eine Digitalkamera von Canon gekauft, eine Powershot 590 IS. Sie sehen sie auf dem Bild links von meiner EOS. Das Bild ist zwar zusammenmontiert, aber die Größenverhältnisse kommen etwa hin.

Diese kleine Knipse soll eine Konkurrenz für die große Spiegelreflex sein? Ja, denn sie kann in vielen Bereichen gut mithalten - und mehr:

  • Verschlusszeit, Blende und Blitzleistung lassen sich manuell oder automatisch einstellen

  • Das Objektiv deckt einen Brennweitenbereich von 35 bis 140 mm ab (auf Kleinbild-Verhältnisse umgerechnet). Außerdem hat es einen optischen Bildstabilisator

  • Die Aufnahmeempfindlichkeit lässt sich manuell zwischen ISO 80 und ISO 1600 einstellen

  • Der Autofokus besitzt eine Gesichtserkennung

  • Die Belichtungsmessung besitzt drei Messcharakteristika, die Belichtung lässt sich nach oben oder unten korrigieren.

  • Die Bilder lassen sich in verschiedenen Farbstimmungen oder als Schwarzweißfoto ablegen

  • und noch etwa 30 weitere Extras, die ich jetzt nicht aufzählen möchte.

Kurz: Die Kamera kann alles, was man unterwegs so brauchen könnte. Sie braucht keinen Spezialakku, sondern nur zwei Mignonzellen, die man in jedem Supermarkt bekommt. Was sie nicht hat, das ist ein Blitzschuh. Glücklicherweise hatte ich mir bereits vor einiger Zeit einen Metz 34CS2 Digital besorgt, einen kleinen Sklavenblitz, der vom Blitz der Kamera gezündet wird und dann für eine ordentliche Ausleuchtung sorgt. Das weiche Licht, mit dem das obere Foto gemacht wurde, stammt übrigens vom Metz. Er lag auf dem Tisch und blitzte bei der Aufnahme gegen die Decke.



So ausgestattet, wiegt die ganze Geschichte kaum 300 Gramm, trägt in der Tasche kaum auf und kann eigentlich alles, was eine Kamera können muss, um mich zum Beispiel auf einen Fototermin zu begleiten. Aber die alles entscheidende Frage lautet: Was taugt die Bildqualität?

Nun, der Unterschied zur DSLR ist geringer, als man meinen möchte: Im Bild oben wurde das Foto von der EOS mit der Powershot gemacht, das Foto von der Powershot mit der EOS. Weitere Vergleichsfotos können Sie hier sehen: http://picasaweb.google.de/fkemper/ISOTest# Dafür ist der Preisunterschied umso massiver: Die EOS hat mit dem abgebildeteten Objektiv rund 800 Euro gekostet, die CF-Speicherkarte mit 1GB kostete damals noch einmal 75 Euro. Die Powershot hat (nagelneu) 119 Euro gekostet, die SD-Speicherkarte mit 2 GB Kapazität kam noch mit 5,99 Euro dazu.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Fahrt im Smart


Am Freitag hatte ich einen Termin in Gütersloh und habe mir in Kassel einen Smart Fortwo geliehen. Mit dem Auto bin ich dann in den folgenden Tagen rund 400km in der Gegend herumgefahren. Hier ein paar Eindrücke, die vor allem für diejenigen interessant sein dürften, die noch nie mit einem Smart gefahren sind oder nur die erste Generation kennen.

Der erste Eindruck: Gepäck einladen, einsteigen, alles einstellen.

Die Heckklappe geht etwas umständlich auf. Erst muss man am Zündschlüssel einen Knopf ein paar Sekunden drücken, dann springt die Heckscheibe einen Spaltbreit auf. Dann die Heckscheibe hochklappen, zwei Hebel an der Heckklappe betätigen und die Heckklappe runterklappen. Der Kofferraum ist gefühlt nicht nennenswert größer als beim alten Smart, aber zwei Reisetaschen gehen locker rein, den Rest kann man bei Bedarf oben auf die Ablage stapeln.

Rein ins Auto, die Rückspiegel sind groß, die Rundumsicht zumindest nach vorn toll, nach hinten durchschnittlich, auch der Innenrückspiegel könnte größer sein. Für Leute, die den Smart nicht kennen, ist es sehr gewöhnungsbedürftig, dass der Wagen keinen Meter hinter dem eigenen Hintern endet. Der erste Qualitätseindruck ist sehr gut. Alles fasst sich solide an,auch wenn die glänzenden Blenden nur aus Plastik sind. Das Design ist frisch, aber nicht overgagged wie beim Mini oder beim ersten Twingo. Das Zentralinstrument klärt über das Nötigste auf und hat eine Schaltanzeige. Sehr zum positiven Qualitätseindruck tragen die guten Sitze und das mit Teppichbezogene Instrumentenbrett bei. Ein Citroen C1 wirkt innen viel ärmlicher. "Mein" Smart scheint die Passion-Ausstattung zu haben, er hat ein sehr angenehm zu greifendes Lederlenkrad, ein Dach aus transparentem Kunststoff und Alufelgen (mit Winterreifen, besser ist das).

Motor an, los.

Die Bedienung ist absolut selbsterklärend, mit Ausnahme des Getriebes und des Zündschlosses. Letztes sitzt zwischen den Sitzen. Der Smart hat eine Startautomatik: Einfach kurz am Schlüssel drehen, schon orgelt der Anlasser, bis der Motor läuft. Das hört sich übrigens nur durchschnittlich gut an. Der Schalthebel hat drei Positionen: Schaltgasse, Leerlauf und rückwärts. Nach dem Start den Hebel nach links drücken, einmal nach vorne schieben, jetzt ist der erste Gang drin. Wie schon sein Vorgänger hat auch der aktuelle Smart ein automatisiertes Schaltgetriebe mit automatischer Kupplung. Das bedeutet, dass das Getriebe ganz konventionell die Gänge wechselt, allerdings veranlasst durch einen elektrischen Schaltbefehl. Den kann man manuell mit dem Schalthebel ausführen (vor = Gang hoch, zurück = Gang runter), oder man kann seitlich am Schaltknauf einen Knopf drücken, der die Automatik einschaltet - jetzt schaltet das Getriebe selbst. Beim Vorgängermodell hatte das Getriebe sechs Gänge und die Tester monierten die herben Zugkraftunterbrechungen beim Schalten. Der neue Smart hat nur noch fünf Gänge und schaltet weicher, dennoch bleiben vor allem im Automatikbereich bei Volllastbeschleunigung die Zugkraftunterbrechungen lästig spürbar. Schaltet man von Hand, kann man das leicht selbst beheben: Einfach beim Hochschalten (wie bei einem konventionellen Getriebe) beim Schalten kurz das Gaswegnehmen und dann wieder Gas geben, es sind kaum Rucke spürbar.

Das Getriebe hat noch ein paar andere Eigenheiten: Schaltet man im Automatikbetrieb einen Gang hoch oder runter, wechselt das Getriebe sofort in den Manuell-Bereich, schaltet man manuell, bleiben wichtige Automatik-Funktionen erhalten. So schaltet das Getriebe auch im Manuell-Modus automatisch bis in den ersten Gang zurück, wenn man den Wagen an eine rote Ampel fährt. Andererseits behält der Kickdown auch im Manuell-Modus seine Funktion: Auf Pedaldruck geben Motor und Getriebe alles. Tipp: In der Stadt, gerade bei gelassener Fahrt, eher automatisch schalten, auf der Landstraße eher manuell. Was ich persönlich schade finde: Der Smart "kriecht" nicht wie andere Automatik-Autos.

Hat man sich eine Weile an das Getriebe gewöhnt, beginnt der Smart Laune zumachen. Das liegt auch an dem Dreizylinder-Motor mit 999 Kubikzentimeter und 61 PS. Damit fühlt sich das Auto durchaus kraftvoll an, und wer bereit ist, die Gänge etwas auszudrehen, wird mit einem satten Motorsound belohnt, der entfernt an einen Porsche Boxster ernnert. Das überrascht, ebenso das neu abgestimmte Fahrwerk, das in Anbetracht des kurzen Radstandes vom Komfort her in Ordnung geht. Hier haben sich seit dem ersten Smart von 1998 wirklich Welten getan.

Der Neue ist auch nicht mehr gedrosselt und rennt auf der Autobahn leicht über 150, wenn die Strecke etwas abfällt. Allerdings macht sich bei solch hohen Geschwindigkeiten der kurze Radstand bemerkbar, der Smart läuft schlecht geradeaus und braucht immer mal wieder eine Korrektur. Die Lenkung ist hinreichend exakt, im Stand aber recht schwergängig. Die Bremsen lassen sich einigermaßen gut dosieren, das Bremspedal sitzt jedoch etwas hoch.

Erstaunlicherweise sind auch längere Autobahnetappen kein großes Problem. Die Geschwindigkeit pendelt zwischen 130 und 140, die bequemen Sitze und die guteHeizung/Lüftung sorgen für ein angenehmes Klima, und an den Geradeauslauf gewöhnt man sich. Bei Vollgas ist der Smart allerdings ziemlich laut, das Plastikdach sorgt dafür. Ansonsten ist das Auto gut gemacht: Prima Türgriffe, gutes Licht, gute Scheibenwischer, guter Qualitätseindruck. Das eingebaute CD-Radio hat keine besonders gute räumliche Klangwiedergabe, das war es dann aber auch schon.

Ärgerlich sind hingegen die scharfkantigen Sitzschienen, die nach vorn herausstehen, wenn man den Sitz nach hinten schiebt. An ihnen bleibt das Hosenbein bei fast jedem Aussteigen hängen - bis es reißt. Würde der Smart mir gehören, würde ich diese Ecke mit Gummi und Klebeband entschärfen.

Auf meiner Strecke habe ich im Schnitt rund 6,5 Liter verbraucht, akzeptabel, wenn man bedenkt, dass ich den Wagen die meiste Zeit auf der AB getreten habe.

Mein Fazit: Der Smart ist ein hoch brauchbares Auto für zwei, die nicht mehr Sitze brauchen und lieber gut sitzen wollen.

Sonntag, 16. November 2008

Der Einheits-Sprit kommt


Gestern abend in München an der Landsberger Straße gesehen. Da ist es (zumindest dem Geldbeutel) wirklich egal, welche Plörre man sich in den Tank tut.

Sonntag, 9. November 2008

Ritt durch das Namloser Tal


Südlich von Reutte in Tirol liegt das Namloser Tal, eine wirklich nette Strecke zwischen den Orten Stanzach und Berwang. Ideales Revier für eine kleine Motorradausfahrt am Wochenende. Die Anfahrt nach Reutte geht schnell vorbei, dann noch 25 Kilometer bis nach Stanzach, und dann bloß nicht den Abzweig nach Namlos verpassen. Angesichts der vielen Warnschilder und wachsamen österreichischen Gendarmen mag man es nicht glauben, aber irgendwer in Österreich hat Motorradfahrer lieb, und der hat diese Strecke in Auftrag gegeben. Wäre jetzt Kaiserwetter, wäre hier mehr los, aber oben in den Bergen wird es jetzt schon ziemlich schattig, außerdem müssen die meisten Motorräder mit Saisonkennzeichen in der Garage bleiben, denn wir haben schon November. Die Griffheizung hat gut zu tun, dennoch werden die Finger klamm. In Berwang bestelle ich mir zur Currywurst ein Haferl Kaffee, die große Tasse heizt so schön die Finger.
Der Rückweg über die Fernpass-Bundesstraße und die B17 ist langweilig, aber ich will so viel wie möglich von der Strecke nach München im Hellen zurücklegen. Die Landstraße von Staltannen über Rottenbuch nach Peißenberg ist nämlich nur dann schön zu fahren, wenn man die Kurven auch ohne Scheinwerfer sieht. In Weilheim ist es dann endgültig dunkel, aber die B2 kann man notfalls auch ohne Licht fahren, genug Autos fahren da ja rum. Eine Stunde später bin ich wieder zurück von der Tour. Und eineinhalb Stunden später sind meine Hände auch wieder warm.

Freitag, 7. November 2008

John Gerosas neuer Stolz

Gestern auf dem Pangora E-Commerce-Kongress in München: John Gerosa kommt aufs Podium. Er trägt den unaussprechlichen Titel "Industry Head Information Technology Google Inc." auf seiner Visitenkarte und soll die Anwesenden davon überzeugen, noch mehr Geld für Werbung auf Google auszugeben. Doch zunächst sagt er etwas, das ihm wohl ein inneres Bedürfnis zu sein scheint: "Mein Name ist John Gerosa, und seit Dienstag bin ich zum ersten Mal wieder stolz darauf, Amerikaner zu sein." Donnernder Applaus im Saal. Arnold Schwarzenegger sei ihm früher immer ganz sympathisch gewesen, erzählt John weiter, doch letztens habe der Gouverneur von Kalifornien mit den Worten zur Wahl von John McCain aufgerufen, dieser sei "the last Action Hero", und das ginge ja nun gar nicht.
Da hat John unbestreitbar recht. Und wir freuen uns alle, dass es an diesem Wahlergebnis wirklich nichts zu deuteln gibt.