Donnerstag, 7. Mai 2009

New York, New York

Es gibt Städte, die sind eine Reise wert. Und wenn es zeitlich noch nicht geklappt hat mit New York - und man vielleicht die blöden Immigration Officers am Flughafen dick hat - dann kann man sich diese wunderschöne Stadt ja auch ausnahmsweise einmal am Bildschirm zu Gemüte führen

Dienstag, 5. Mai 2009

Man kommt zu nix

Auf einen Segeltörn würde ich gern mal wieder gehen. Oder wenigstens einen nachmittag auf dem Ammersee in einem kleinen Kajütboot rumsehgeln. In Istrien, wo dieses Bild am vergangenen Sanstag entstanden ist, wäre ich gern noch etwas länger geblieben, Bärbel sicherlich auch. Ich müsste mehr Fahrrad fahren, viel mehr um genau zu sein. Ich müsste endlich mal die Auspuffanlage meiner Yamaha abschleifen und neu lackieren, bevor sie endgültig durchrostet. Dazu müsste ich sie aber abschrauben, und dabei wird die Dichtung am Sammler kaputtgehen. Also müsste ich, bevor ich die Anlange abschraube, erst einmal diese blöde Dichtung besorgen. Eigentlich stünde auch wieder ein wirklich heftiger Hausputz an, obwohl ich dazu überhaupt keine Lust habe. Und ich müsste meine eine Hose, wo mir an der Seite diese Naht aufgegangen ist, zur Schneiderin bringen, damit sie sie näht. Ich müsste mal meine letzten nennenswerten 20 Artikel der VG Wort melden. Und meine Website mal wieder auf Vordermann bringen. Und mindestens ein Dutzend nette Menschen besuchen, die ich lange nicht mehr besucht habe.
Aber irgendwie kommt man ja zu nix.

Mittwoch, 29. April 2009

Km 65957 (keine Fotos)

Nach vier Tagen und 1874 gefahrenen Kilometern bin ich wieder zuhause. Vom heutigen Tag gibt es kein Foto, und das hat zwei Gründe. Erstens hat es fast ohne Unterlass geregnet - und wer will bei dem Mistwetter noch fotografieren, und zweitens litt mein Smartphone, das mich auf der Tour auch als Navi geleitet hat, unter Energiemangel. Obwohl es an einem 12-V-USB-Adapter hing und die Ladekontrolleuchte brannte, wurde der Akku während des Navi-Betriebs nicht ausreichend geladen. Deshalb schreibe ich diesen Blog-Beitrag auch zuhause am PC.

Heute bin ich deutlich über 600 km gefahren, soviel wie noch nie an einem Tag. Von Springe aus ging es kurz hinter Hildesheim auf die A7, dann durch die Kasseler Berge am Harz vorbei und schließlich bis nach Würzburg. So langweilig wie am Sonntag war das Fahren auf der Autobahn heute nicht: Hunderte von Lastwagen und die von ihnen erzeugten Gischtfontänen hielten meinen Adrenalinpegel auf Alarm-Modus. Meine teure Regenkombi und die Tasche für das Navi erbrachten beide den Beweis, dass der Begriff "100% wasserdicht" eine Marketinglüge ist. Meine Handschuhe haben gar nicht den Anspruch, wasserdicht zu sein. Dafür hat der linke Handschuh am Zeigefinger einen kleinen Scheibenwischer, damit man zumindest hin und wieder auch was sieht durch das Helmvisier. Macht Autobahnfahren im strömenden Regen Spaß? Einigen wir uns darauf: Es ist eine Herausforderung.

In Würzburg bin ich dann runtergefahren und auf die Landstraße ausgewichen. Von Würzburg über Ansbach nach Ingolstadt ging es recht gut voran. In Ingolstadt erwischte ich dann die Rush Hour, die letzten hundert Kilometer bin ich wieder Autobahn gefahren.

Das Lade-Problem war übrigens die einzige technische Panne der gesamten Fahrt. Die Yamaha ist gelaufen wie ein Uhrwerk, und dank der neuen Michelin Plot Road 2 Reifen ging sogar das Fahren bei Regen ziemlich gut.

Dienstag, 28. April 2009

Km 65118

Die Technik hat mich im Stich gelassen. Nein, nicht mein Motorrad, das schnurrt - wir wollen es nicht beschreien - nach wie vor zuverlässig vor sich hin. Dieses Foto habe ich heute morgen so gegen neun aufgenommen, als ich bei Amelinghausen an meinem Stück Lieblingsheide eine Pause machte. Natürlich habe ich sofort einen Blog-Eintrag in mein Smartphone getippt und per E-Mail an dieses Blog geschickt - wo die Mail nie ankam.
Drexglump!
Inzwischen bin ich in Bomlitz bei meinen Eltern, es gab lecker Eintopf und heute nachmittag fahre ich weiter nach Springe südlich von Hannover. Ich habe mir schon eine schöne Strecke in mein Navi programmiert und hoffe, dass die etwas spannder wird als der Weg nach Scharnebeck und zurück, denn der geht die meiste Zeit geradeaus, und zwar schnurgeradeaus.
Das Wetter? Es hält sich wacker, und solange es nicht regnet, will ich nicht klagen.

Montag, 27. April 2009

Km 65031

Ende des zweiten Tages, ich bin in Scharnebeck (Schiffshebewerk, in der Nähe von Lüneburg) angekommen. Die attraktive junge Dame auf dem Krad ist Marieke, meine Nichte. Ja, sie war beeindruckt. Nein, sie hat noch keinen Führerschein.
Heute bin ich ziemlich rumgekommen: Von Göttingen in den Harz, von dort in Richtung Alfeld und Minden. Meinen Plan, zum Steinhuder Meer zu fahren habe ich kurzerhand geknickt, als das Wetter schlecht wurde. Statt dessen bei Eldagsen das Navi in Richtung Bomlitz gesetzt und seinem (ziemlich langweiligen) Routenvorschlag gefolgt. Die haben ziemlich viele Endlos-Geraden hier...
In Bomlitz dann eine ausgiebige Pause eingelegt incl. Futtern (wie) bei Muttern und kleineren Wartungsarbeiten an der elterlichen ITK-Infrastruktur. Am späten Nachmittag dann weiter nach Scharnebeck, ein paar sehr schöne Kurven und viele lange Geraden. Jetzt wirbelt der Lieblingsschwager in der Küche (er hat einen Ruf wie Donnerhall darin) und ich trinke ein gutes norddeutsches Bier.
Alles super? Fast. Vorhin habe ich die ersten Tropfen gespürt. Das Wetter zieht zu. Hoffntlich habe ich morgen nicht nur Regen.

Km 64736

Die gestern abend mit Karte und Navi fein ausgetüftelte Route durch den Harz droht zu scheitern: Die Nebenstraße nach St. Andreasberg ist gesperrt! Doch die nette Kraftstoff-Fachverkäuferin bei Aral verrät mir einen Schleichweg. Der Harz am Montagmorgen zeigt sich von seiner stillen Seite. Schön ists hier. Aber ich muss weiter. Mittags bin ich bei meinen Eltern angemeldet, und bis dahin sind es noch 250 km.

Sonntag, 26. April 2009

Der erste Tag: 566 Kilometer

So, die Dusche hat gewirkt: ich bin wieder vorzeigbar. Die Route, die mir das Navi durch Thüringen gesteckt hat, war zuerst wirklich schön, der Rennsteig ist ein wunderbares Motorradrevier. Doch rund 25 Kilometer vor Erfurt schickte mich das Programm plötzch auf die Autobahn - und hatte offenbar vor, mich dort bis nach Göttingen zu lotsen. Also bin ich an einem Autohof runter und habe die Route ohne Autobahn neu berechnen lassen. Leider sind weite Teile des Thüringer Landstraßennetzes noch langweiliger - schnurgeradeaus bis zum Horizont, und damit sich die Dorfjugend net derrennt, mit Radarfallen verseucht. Städte wie Gotha, Arnstadt oder Bad Langensalza wären einen längeren Besuch wert, wenn die dort laufenden Bauarbeiten abgeschlossen sind. Und nach wie vor erstaunt es mich, wie viel - oft total heruntergekommene - DDR-Hinterlassenschaft noch überall zu sehen ist.
In Mühlhausen habe ich mir in der schnuckeligen Altstadt einen leckeren Eiskaffee gegönnt - und meinem Helmvisier eine gründliche Insektenleichen-Reinigung. Neben mir saß ein lokaler Motorradfaher und würdigte mich keines Blickes. Vielleicht war er ja geistig behindert - sein Fireblade hatte er immerhin auf dem Behindertenparkplatz geparkt.
Die letzten Kilometer bis Göttingen gerieten unerwartet schön. Kurvige Straßen in netter Landschaft. Und für einen verstädterten Speckring wie in München ist Göttingen wohl zu klein.