Sonntag, 12. April 2009

Reifen mit Beule

Einige von Euch werden es wissen: Ich fahre ein recht exotisches Fahrrad, ein Giant Revive 8. Das ist ein tolles Ding, sehr relaxed und komfortabel. Auf meinem früheren Fahrrad bekam ich immer Rückenschmerzen und Schmerzen in den Handballen vom vornübergebeugten Sitzen - das ist beim Revive 8 vorbei. Darauf sitzt man wie auf einem Sofa, und die Hände berühren den Lenker nur, um damit zu lenken, nicht um sich darauf abzustützen.

Als ich das Fahrrad irgendwann 2004 gekauft habe, musste ich es noch etwas an meine Größe anpassen, ich veränderte den Anschlag des Sattels. Auch bei der Bereifung musste ich nachbessen: das Revive 8 rollt serienmäßig auf Alufelgen und 20-Zoll-Bereifung. Die Schläuche besitzen "französische" Ventile (Sclaverand) und sind in Deutschland nicht zu bekommen. Außerdem neigt das Fahrrad zu Reifenpannen an der Hinterhand. Deshalb habe ich vor etwa zwei Jahren die Ventillöcher in den Felgen aufgeweitet, so dass deutsche Patent-Ventile durchpassen, die Schläuche dazu gibt es an jeder Ecke. Pannenresistente Schwalbe-Marathon-Reifendecken gibt es leider nicht in 20 Zoll, aber ich fand im Fahrradzubehör ein Pannenschutzband aus Kunststoff, das dasselbe bewirken soll. Man legt es in die Decke zwischen Lauffläche und Schlauch, und es schützt vor Glassplittern o.ä. Damit gehörten Reifenpannen der Vergangenheit an.

Bis heute.

Heute fuhren wir bei strahlendem Wetter einen Waldweg entlang, als plötztlich aus dem Hinterrad ein reißendes Geräusch drang. Danach fuhr sich das Rad irgendwie unrund. Ich dachte zunächst, eine Speiche sei gerissen, doch die waren alle intakt. Auf glatter Straße fiel dann doch ein deutlicher Höhenschlag auf. Doch erst eine genauere Inspektion auf dem Rückweg vom Biergarten zeigte den Grund: Mein Hinterrad hat 'ne Beule.


Immerhin konnte ich damit noch zehn Kilometer bis nach Hause fahren, gutes Rad.

Den Grund für die Beule fand ich erst, als ich das Hinterrad ausbaute und den Reifen abnahm: Der Textilgürtel in der Lauffläche war an einer Stelle aufgescheuert und gerissen. Und an dieser Stelle hatte der knallhart aufgepumpte Schlauch das strukturell geschwächte Gummi nach außen getrieben.Lange wäre das nicht mehr gut gegangen.

Doch wie konnte es dazu kommen? Ich habe die Anti-Pannen-Einlage im Vedacht. Der Plastikstreifen ist zwar zu den Seiten hin abgeflacht, aber die Enden haben ein kantiges Profil. Der Streifen ist so lang, dass sich die beiden Enden im Reifen überlappen. Gut möglich, dass sich das eine Ende des Streifens unter Druck in das Innere der Reifendecke gefressen und dabei den Gürtel zerstört hat. Ich werde wohl eine neue Decke kaufen müssen. Und wenn ich den Pannenstreifen weiter verwenden will, muss ich wohl die Enden entweder sorgfältig abschleifen oder den Streifen so kürzen, dass es keine Überlappung mehr gibt.
Oder hat jemand einen besseren Vorschag?

Freitag, 10. April 2009

Die Biergartensaison ist eröffnet

Karfreitag für Agnostiker: Bei 20 Grad im Schatten und locker 25 Grad in der Sonne lässts sich's gut aushalten. Tatort: Biergarten "Waldheim" in München-Großhadern. Ach übrigens: Ich wünsche Euch allen schöne Ostertage!


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Donnerstag, 9. April 2009

Ist das die Zukunft?

Nach dem superleichten Cross-Elektromotorrad Zero X hat der US-Hersteller Zero jetzt sein neuestes Modell vorgestellt, die Zero S. Die kompakte Supermoto-Maschine wiegt fahrfertig gerade einmal 102 Kilogramm und soll 31 PS leisten. Damit besitzt sie ein Leistungsgewicht, das einer benzingetriebenen 400er Enduro entspricht. Entsprechend forsch soll die Maschine auch zur Sache gehen. Die Besonderheit der Zero S: Sie ist "street legal" verfügt also über eine Straßenzulassung. Die Zero X ist demgegenüber genauso wie die schweizerische Quantya Track für abgesperrte Cross-Pisten ausgelegt, wo man keine Straßenzulassung braucht. Für 2009 hat Quantya mit de Strada auch eine Version mit Straßenzulassung angekündigt, die jedoch verhältnismäßig schmale 8 kw Leistung bieten soll, damit man sie wie ein 125er Leichtkraftrad fahren darf.



Ähnlich unspektakulär wie der Sound der Zero S sind die Fahrleistungen: 60 Meilen pro Stunde (ca. 96 km/h) Spitze, 60 Meilen Reichweite, wobei nicht bekannt ist, wie schnell man fahren darf, um die 60 Meilen auch zu erreichen. Der Preis liegt bei 10.000 US-Dollar. Rein rechnerisch sind das zwar nur 8.000 Euro, aber die Erfahrung zeigt, dass man bei Fahrzeugen aus den USA immer davon ausgehen sollte, dass ihr Dollar-Preis mindestens 1:1 in Euro umgerechnet wird, wenn sie nach Europa kommen. Verglichen mit der Quantya ist das ein Schnäppchen, denn die Schweizer wollen zwar ein paar hundert Euro weniger, dafür haben ihre Maschinen im besten fall die Hälfte der Leistung der Zero S. Allerdings: Für 10.000 Euro bekommt man eine fabrikneue Yamaha TDM 900A mit 85 PS und ABS, einer Reichweite von rund 300 Kilometern und einer Spitzengeschwindigkeit von 210 km/h.
Allerdings kostet bei der Yamaha eine Tankfüllung rund 20 Euro, bei der Zero S dürften pro Akkuladung kaum mehr als 50 Cent an Stromkosten anfallen. Dafür dauert einmal "Tanken" auch vier Stunden...

Montag, 6. April 2009

Die Ambivalenz des Frickelns

Gestern waren wir Helden.

Ich habe - gemeinsam mit Freunden und unter fachkundiger Anleitung - an meinem Motorrad die Kette gewechselt. Was einem Fahrradfahrer als eher kleine Nummer vorkommen mag, ist beim Motorrad nicht so ganz ohne. Schließlich zerren bei meinem Motorrad bis zu 78 PS am Gliederband - und für das Geld, das eine Kette samt Kettenrädern kostet, würde ich im Baumarkt auch schon ein Fahrrad bekommen, okay, ein günstiges.

Eine Motorradkette kann man grundsätzlich auf zwei Arten wechseln: Entweder man nimm eine Kette mit Schloss, dann muss man nicht ganz so viel abbauen. Oder man macht's richtig und nimmt eine Endlos-Kette, schließlich zerren 78 PS dran, und das Kettenschloss ist ein potenzieller Schwachpunkt, sagen die Experten. Selbstverständlich wollten wir's richtig machen.

Bei einer Endlos-Kette muss - natürlich - das Hinterrad raus. Dazu muss man erst einmal die hintere Bremse abbauen. Es muss auch die Hinterradschwinge raus, dazu muss hinten der Kotflügel ab, der Bremsleitungshalter und noch ein paar Kleinteile. Bei der Gelegenheit baut man gleich mal eben auch noch das hintere Federbein raus und schaut, ob die Lagerungen noch genügend Fett haben (hatten meine nicht). Natürlich muss man sich alle Teile genau angucken und überprüfen, um sie gegebenenfalls auszutauschen, wenn irgendwas dran ist.

Wenn man das halbwegs gründlich macht, sieht es irgendwann einmal aus, als sei das Heck des Motorrads explodiert.

Und wo wir schon mal dabei waren, haben wir natürlich auch verbessert und optimiert, wo es ging. Die Ruckdämpfer im Hinterrad gegen verbesserte Elemente aus dem Nachfolgemodell ausgetauscht, dito das Federbein und das Hinterradlager. Alle anderen Lager überprüft, abgeschmiert, jede Menge altes, pechklebriges Kettenfett entfernt und dann alles wieder zusammengeschraubt. Dabei bei jeder Schraube penibel im Wartungshandbuch das maximale Anzugsdrehmoment nachgeschlagen und mit dem Drehmomentschlüssel akkurat angezogen.

Mein Vater wäre sicherlich stolz auf mich, wenn er dabei gewesen wäre.

Als die Maschine dann wieder in einem Stück da stand, habe ich gleich eine kleine Probefahrt gemacht, ob alles passt: Es passt. Und wir fühlten uns gut.


Es kann auch anders laufen.

Die Ambivalenz des Frickelns besteht darin, dass man entweder Erfolg hat - dann fühlt man sich wie ein Held. Die schwarze Schmiere unter den Fingernägeln, die sich restlos nur noch durch Amutation entfernen lässt, stört ebenso wenig wie die angestoßenen Knöchel oder die schmerzenden Knie.

Oder man scheitert. Findet die Fehlerursache nicht. Macht beim Schrauben mehr kaputt als man reparieren wollte. Braucht Stunden, um die Affäre wenigstens halbwegs zu retten. Bekommt Ärger mit der besten Ehefrau von allen, weil sie einen gegen sieben erwartet hat und man gegen zehn gekommen ist. Man hätte anrufen können, aber die Finger trieften so vor schwarzer Schmiere, dass man damit sein Handy nicht anfassen wollte.

Klassisches Beispiel: Die Sache mit der Batterie. Ich habe mein Motorrad im Oktober gekauft, und danach verging kaum ein Tag, an dem ich nicht damit gefahren bin. Im November wurde dann das Wetter schlecht, so dass ich die Maschine auch mal ein paar Tage stehen ließ. Nach drei Tagen Stillstand sprang sie nicht mehr an: Kein Saft auf dem Anlasser. Habe ich irgendwelchen Strom angelassen? Naja, Motorrad angeschoben (Für mich als Fahranfänger damals ein Riesen-Stunt, mir lief der Schweiß aus allen Poren), eine Runde gefahren, geht wieder. Doch nach einer weiteren, dreitägigen Pause war wieder alles tot.

Okay, die Batterie ist platt, eine neue muss her.

Bei normalen Motorrädern sitzt die Batterie unter der Sitzbank, man hat sie nach zwei Minuten in der Hand. Bei meiner Maschine muss man, um an die Batterie zu kommen, die dreiteilige Verkleidung abschrauben, den Tank abnehmen, dann kommt man an den Batteriekasten. Dabei kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Man kann aber auch beim Verkleidungsabschrauben zwei Schrauben durchnudeln, beim Tank abheben die Benzinschläuche perforieren und die falsche Batterie kaufen. Meine war wenigstens nicht zu groß für den Batteriekasten - sie war zu klein. Also musste ein Gel-Mousepad sterben, seine Reste füllten den Spalt zwischen Batterie und Kasten.

Nach vier Stunden schrauben und zwei unvorhergesehenen Fahrten zum Teilehändler, war wieder alles halbwegs an seinem Platz. Sie lief wieder - und ich musste nur noch den Ärger meiner Frau abwettern.

Drei Tage später sprang die Maschine nicht mehr an.

Später stellte sich raus: Es war nicht die Batterie, es war der Lichtmaschinenregler. Er wurde auf Garantie getauscht. Die Batterie übrigens auch, denn die war inzwischen wieder kaputtgegangen.

Donnerstag, 2. April 2009

Miserable Failure

Die Bastelstunde ist beendet - mit zweifelhaftem Erfolg. Nachdem ich neulich das erste Mal eine Digitalkamera an mein Motorrad geschraubt und ein kleines Road Movie gedreht hatte, wollte ich die Kamera besser schützen und etwas gegen die Vibrationen tun. Also habe ich mir ein Gehäuse gebastelt und mit einer coolen Stahl-Gummi-Konstruktion ans Mopped geschraubt.
Heute habe ich die ganze Geschichte das erste mal ausprobiert. Leider werden die Vibrationen immer noch massiv, sobald ich höher als 2.500/min drehe - und das ist bei einem Motorrad fast noch Standgas. Aber seht selbst:





Auch ein Test mit der Kamera auf dem Lenker brachte - außer einer etwas anderen Perspektive - keine durchschlagende Verbesserung. Nur der Sound hört sich jetzt überaus merkwürdig an, so röhrt meine TDM auf gar keinen Fall:





Was die Vibrationen angeht, bin ich mit meinem Latein erst einmal am Ende. Advice welcome!

Dienstag, 31. März 2009

Mattschwarz

Okay, wie stelle ich es an, dass Ihr mir glaubt, dass folgendes Video nichts, aber auch gar nichts mit mir oder mir nahe stehenden Personen zu tun hat? Also: Ich spiele nicht Klavier und meine Frau ist kein Nager. Das reicht Euch nicht? Euer Problem.



Tipp: Ohne Sound ist dieses Video witzlos.

Have Fun!

Montag, 30. März 2009

Wie man eine Kamera eindost

Vergangenen Samstag ist etwas Wunderbares geschehen: Zum ersten mal seit Wochen hatten wir ein paar Stunden richtig schönen Sonnenschein.

Ich habe die Gelegenheit genutzt, eine Digitalkamera an mein Motorrad zu schrauben und damit einen kleinen, dreiminütigen Film zu drehen. Noch am selben Tag hatte ich 154 Zugriffe auf dieses Blog. Am Sonntag waren es 166. Zum Vergleich: In der gesamten Woche davor lag die durchschnittliche Zahl der Zugriffe auf meine Website bei unter zehn pro Tag. Insgesamt ist dieses Video bei YouTube bislang rund 400mal aufgerufen worden.

Ihr mögt wohl Road Movies, was;-)

Wie schon erwähnt, habe ich die Kamera einfach mit einem Metallwinkel aus dem Baumarkt an den Hilfsrahmen des Motorrades geschraubt, der unter anderem den Kühler trägt.

Das hat zwei prinzipielle Nachteile:
  1. Die Kamera ist Umwelteinflüssen (Regen, Rollsplitt, Insekten) schutzlos ausgeliefert

  2. Alle Vibrationen des Motors werden ungefiltert an die Kamera übertragen

Ich habe deshalb aus einer Gefriergutdose (Tupper ist es nicht) ein Gehäuse gebastelt, das die ganze Geschichte einfacher machen soll. Darin steht die Kamera auf einer Schicht auf Schaumstoff, sie wird von Schaumstoffblöcken und stoßdämmendem Material aus einem Rückenprotektor in Position gehalten.
















Vorn "sieht" die Kamera durch eine Kunststoffscheibe, genauer, durch einen Skylight-Filter der Firma Cokin, den ich mit Klebeband dort festgeklebt habe.

Jetzt muss ich nur noch die ganze Geschichte auf den Winkel an meinem Motorrad schrauben, und dann sehen wir weiter.

Stay tuned.