Donnerstag, 29. April 2010

Dicker Mann auf leisem Moped

Heute habe ich die Zukunft ausprobiert. Zumindest ist es nach Ansicht vieler Leute die Zukunft. Die Rede ist von einem Elektro-Motorrad, genauer: Von einem der wenigen Elektromotorräder auf dem Weltmarkt, die derzeit in Produktion sind und eine Straßenzulassung haben. Das abgebildete Motorrad ist eine Zero S, und sie hat eine Straßenzulassung. Zumindest in Kalifornien. An der Zulassung für Deutschland feilt der Hersteller noch. Soll aber kommen. Zumindest für Landstraßen.

Warum keine Zulassung für Autobahnen? Schnell genug wäre die Zero S, das Datenblatt nennt eine Spitzengeschwindigkeit von 105 km/h, das liegt in etwa auf dem Niveau ungedrosselter 125er Leichtkrafträder. Das Datenblatt nennt auch die Reichweite, derzeit noch die Achillesferse der Elektromobilität: Bis zu 80 Kilometer kann die Zero S mit einer Akkuladung fahren – der Haken sind die Worte „Bis zu“. Würde man tatsächlich mit der Zero S mit Tempo 100 über die Autobahn jagen, wäre der Akku wohl bereits nach der Hälfte der Fahrstrecke platt – und 40 Kilometer können zu wenig sein, um von Ausfahrt zu Ausfahrt zu kommen.

Also war es gar keine dumme Idee, dass Zero als Ort für eine Pressevorführung der 2010er Modelle nicht die A8 wählte, sondern eine Kartbahn im Industriegebiet Garching-Hochbrück. Am Start ein halbes Dutzend Zero-Motorbikes (es gibt insgesamt vier Versionen), eine sehr nette Crew von europäischen Zero-Mitarbeitern, das deutsche Presseteam und Mr. Zero persönlich: Neal Saiki, ehemaliger NASA-Ingenieur und Mitbegründer von Zero Motorcycles. Spätestens seit seinem Auftritt in der TV-Reihe „Jay Leno’s Garage“ (Jay hat selbst eine Zero S) ist Saiki ein Star in der Elektrovehikelzunft.

Seiki ist ganz locker, verbindlich und freundlich. Zum Spaß haben sind seine Motorräder gedacht, sagt er. Man könne damit auch gut zur Arbeit fahren, die Nachfrage sei gut. Ob ich mal fahren wolle. Klar will ich, und schlüpfe in mein volles Ornat. Vor dem Testritt steht allerdings Papierkram. Der PR-Mann legt mir eine Haftungsausschlusserklärung vor, die auf Deutsch geschrieben und so krank ist, dass ich mich fast tot lache. Später beschließe ich, ihm eins von den leeren Formularen zu mopsen, um den absurden Text zu veröffentlichen. Erst zuhause merke ich, dass ich die englische Originalversion erwischt habe, aber der Text ist ebenfalls gülden:

Zero MOTORCYCLES
Consent Form

If you wish to trial a Zero Motorcycle we need to be sure that you understand the risks involved in operating a motorcycle and that you are fully aware of these risks, that you consent to them and that vou are willing to assume the risks yourself and will not hold liable Zero Motorcycles, Inc, [ ] or any associated companies or affiliated companies thereof and each of their officers and employees (the “Released Parties”). save that nothing in the foregoing shall exclude the liability of the Released Parties in relation to any loss arising from death, personal injury or damage to property resulting from their negligence or a defect in the Zero Motorcycle.

Please read the following and then sign at the bottom if you understand and agree to the contents of this Consent Form.

DO NOT SIGN THIS DOCUMENT UNTIL YOU HAVE READ IT AND DECIDE THAT YOU AGREE TO ITS TERMS.

  1. I fully understand that I am considering undertaking a trial ride on a Zero Motorcycle.
  2. I have carefully read the safety guidelines and the terms of this Consent Form, and I am aware of and fully understand the dangers and personal risks involved (including the possibility of personal injury or death) in riding a Zero Motorcycle.
  3. If I decide to undertake a trial ride on a Zero Motorcycle I do so entirely voluntarily and I confirm that Zero has exerted no pressure on me to undertake such a trial ride or to sign this Consent Form.
  4. If I decide to undertake a trial ride on a Zero Motorcycle I do so entirely at my own risk and I agree that, as I am fully aware of the risks and assume them freely and knowingly. I will not hold the Released Parties liable for any claim in relation to any harm, loss or damage caused to me as a result of my own reckless or negligent operation of the Zero Motorcycle.
  5. I acknowledge that I may decide at any time to discontinue any trial ride I may undertake at any point without detriment to me.
  6. I confirm that I am the holder of a current valid motorcycle license and that I possess the knowledge, skill and experience to safely operate a motorcycle.
Please sign this Consent Form where provided below if you are comfortable with, and agree to, the contents of this Consent Form. If you do not agree, please do not sign and do not undertake a trial ride.

Genug der Vorrede, ab auf’s Bike. Der erste Eindruck der Zero S ist relativ unspektakulär: Ein zierliches, mit 123,8 kg nicht besonders schweres Motorrad im 125er Format, allerdings ist der Radstand mit 1443 mm relativ lang ausgefallen. Zum Vergleich: Eine Kreidler Supermoto 125 DD wiegt laut Werk 133 Kilogramm und hat einen Radstand von 1405 mm. Allerdings kostet die Kreidler (made in China) auch nur 2.200 Euro, für die Zero S sind 10.000 Euro fällig.

An den Bedienungselementen der Zero S fällt eigentlich nur auf, dass die meisten von ihnen fehlen: Die Maschine hat kein Schaltgetriebe, also fehlt der Ganghebel und der Kupplungsgriff. Einen Starterknopf gibt es auch nicht, man schaltet einfach per Zündschlüssel (auf dem „Tank“) den Strom an. Daraufhin vollführen die Anzeigen in dem von irgendeinem Leichtkraftrad übernommenen Kombiinstrument einen wilden Tanz, die Elektronik initialisiert sich. Nach wenigen Sekunden leuchtet eine grüne Kontrolleichte auf, es kann losgehen.

Was jetzt folgt, ist für einen Motorradfahrer sehr ungewohnt. Wenn man den „Gasgriff“ dreht, dann setzt sich die Maschine völlig ansatz- und lautlos in Bewegung. Die nicht vorhandene Rückkopplung durch das nicht vorhandene anschwellende Motorgeräusch beim Start verleiht diesem Vorgang etwas Unwirkliches. Dazu kommt, dass ich weder schalten noch kuppeln muss. Ich fahre erst einmal im Schrittempo und mit Fußunterstützung aus dem Fahrerlager auf die Bahn. Dann gebe ich Stoff, und die Fuhre zieht los. Elektromotoren entwickeln – die Protagonisten der kommenden Elektromobilität werden nicht müde darauf zu verweisen - ihr maximales Drehmoment bereits ab Drehzahl null und sind in diesem Punkt Verbrennungsmotoren weit überlegen. Auf der anderen Seite wollen wir die Kirche mal im Dorf lassen: Ich wiege mehr als das ganze Motorrad und fahre normalerweise eine Maschine, die 78 PS leistet und nicht nur ein paar Kilowatt. Gemessen an meiner Yamaha legt die Zero S ein durchaus überschaubares Temperament an den Tag. Natürlich täuschen das nicht vorhandene Motorengebrüll und die ebenfalls nicht vorhandenen Schaltrucke über die tatsächliche Beschleunigung auch etwas hinweg. Ich denke mal, im normalen Stadtverkehr kann man mit der Zero S an der Ampel den meisten Autos wegfahren, wenn die es nicht auf ein Rennen anlegen.

Drei Runden drehe ich auf der engen Kart-Bahn, ängstlich bemüht, das teure Stück nicht auf die Straße zu schmeißen. Der Tacho verrät mir, dass ich mit Tempi zwischen 35 und 45 unterwegs bin. Immerhin: Auf der mit gut 100 Metern längsten Geraden schaffen wir es auf über 60 km/h, bevor ich wieder bremsen muss. Apropos Bremsen: Die Motorbremswirkung ist deutlich geringer als bei Verbrennungsmotorrädern, die Vorderradbremse ist merkwürdig stumpf und matschig, dafür erfreut die Hinterradbremse durch gute Dosierbarkeit und überraschend gute Wirkung. Darauf angesprochen, mutmaßen die deutschen PR-Leute, dass sich die Bremsen erst einlaufen müssten.

So angenehm der leise E-Motor auch ist, die Ruhe hat einen Nachteil: Es treten unschöne mechanische Geräusche des Fahrwerks in den Vordergrund, die andere Motorräder vermutlich ebenso haben, die dort nur vom Auspuff übertönt werden. Davon abgesehen bleibt der Eindruck, dass ein solches Moped für mich eigentlich zu klein ist: Spiegel zu kurz, Sitzposition unglücklich, Temperament überschaubar. Ende des ersten Turns.

Dann bietet man mir eine Runde auf der Zero MX an. Das ist eigentlich eine reine Motocross-Maschine, aber die MX, die das Team mitgebracht hat, ist anders: Sie hat Supermoto-Straßenreifen, einen besonders starken Motor und einen kompakten Akku. Eine Lichtanlage fehlt ebenso wie ein Ständer oder Instrumente. Dafür hat die Elektronikbox zwei Kippschalter, an denen man das elektronische Motormanagement für wenig und viel Bums einstellen kann. Außerdem ist die MX leicht, sie wiegt unter 80 Kilo. Ich leider nicht.

Man schickt mich erst einmal mit dem langsamen Setting auf die Bahn. Die MX hat ein Handling wie ein Mountainbike, beide Bremsen werden über Handhebel bedient. Ich fühle mich auf dem zierlichen Gerät sofort wohl, auch wenn mir der Anzug nicht gerade die Augäpfel nach hinten dreht. Da geht mehr. Also anhalten, Zündung auf off, Kippschalter auf „High Speed“ und „High Torque“, Zündung auf on, drei Sekunden warten, grünes Licht, losfahren.

Geilomat! Das Ding zieht los wie vom Affen getreten. Ich traue mich gar nicht, auf der engen Bahn den Hahn ganz aufzuziehen. Ein testfahrender Journalist hat sich heute früher am Tag mit einer Zero S aufs Maul gelegt, angeblich ein Kollege von einem Motorradtitel. Ich will nicht der zweite sein. Dennoch: Die MX macht an. Geht um die Kurven, zieht heftig los, auch die Bremsen sind etwas besser als bei der S. Wäre ich leichter und mutiger, Wheelies wären kein Problem

Bei dem Motor, diesem Fahrstil und der kleinen Batterie ist der Saft vermutlich schon nach 25 Kilometern alle, mutmaße ich nach der Fahrt. „Aber die 25 Kilometer hatte man dann richtig Spaß“ antwortet einer der Zero-Crew. Da ist was dran.

Danach wage ich noch einmal einen Turn auf der Zero S. Mit der Gewöhnung an die Strecke wächst auch der Mut, und beherztes Ziehen am Kabel bringt auch diese Fuhre ganz wacker voran. Aber mein Favorit bleibt die MX. Das ist ein kleines, geiles Spaßgerät.

Ich verabschiede mich von Mr. Saiki und sage ihm: „Doppelte Reichweite und halber Preis, und ich würde sie kaufen.“ Er lacht und antwortet: „Doppelte Reichweite ist drin, aber eher bei doppeltem Preis.“ Netter Kerl, dieser Neil Saiki. Und er baut lustige Motorräder.

Mittwoch, 31. März 2010

Update zum neuen Hut

So, mein neuer Helm, den ich mir im Februar gekauft habe, hat seine ersten paar hundert Kilometer hinter sich. Zeit für einen Zwischenbericht:

Das Aufsetzen des Caberg Sintesi geht sehr einfach: Man kann die Brille auflassen, und der ratschenverschluss ist mit zwei Handbewegungen geschlossen. Allerdings ist es etwas fummelig, das Vorderteil zu schließen, weil der Windschutz (das ist dieser schwarze Plastiklappen unten am Kinnschutzbügel) erst einmal ums Kinn herumgeführt werden muss. Mit einer Hand während der Fahrt geht das nicht. Wenn es wärmer wird, werde ich mir überlegen, das Ding mal abzunehmen.

Verglichen mit meinem anderen Helm, einem Shoei Raid II mit Pinlock-Visier, bietet der Caberg eine bessere Sicht, das nutzbare Sichtfeld des Visiers ist größer. Zu meiner großen Verblüffung neigt das Visier des Caberg weniger zum Beschlagen als das des Shoei, obwohl das Pinlock-Patent (zwei Visierscheiben mit Luftspalt) als das Non-plus-ultra gilt. Verantwortlich dafür ist beim Caberg eine leicht angeraute Innenseite des Visieres, die offenbar mit einer Art Lotos-Effekt dafür sorgt, dass sich Beschlag nicht lange hält, sondern zu einzelnen Wasserschlieren kondensiert. Mal sehen, wie lange dieser Beschlagschutz so gut funktioniert. Nachteil dabei: Die angeraute Oberfläche sorgt bei Nacht für leichte Sichtbehinderungen - aber unter dem Strich sieht man immer noch sehr gut aus dem Helm.

Das integrierte Sonnenvisier ist bei der Fahrt ein Segen. Man hat sich schnell daran gewöhnt, den Schieber auf der Helmmitte zu betätigen, auch die Tönung ist sehr angenehm. Das Visier funktioniert auch bei offenem Frontteil und schützt so die Augen.

Zum guten Tragekomfort trägt die sehr effektive Helmbelüftung über zwei verschließbare Belüftungsschlitze (einer an der Stirn, einer am Kinn) und einer Zwangsentlüftung am hinterkopf bei. Wenn man trotz geschlossener Belüftungsschlitze störende Zugluft im helm verspürt, dann ist das Visier nicht ganz zu - es rastet auf dem letzten Millimeter deutlich hörbar ein.

Die Aerodynamik ist unauffällig. Auch bei 160 km/h bleibt der Helm ruhig, auch bei Schulterblick etc. passiert nichts. Allerdings ist der Caberg ein Stück größer als der Shoei, weshalb man etwas mehr Winddruck spürt. Er ist auch merklich schwerer, rund 2,1 Kilo statt 1,6 wie der Shoei, das merkt man, es ist aber okay.

Nun zum großen Nachteil des Caberg: Er ist schweinelaut. So ab 100 km/h höre ich außer dem Tosen des Fahrtwindes nichts mehr. Im Gegensatz zum Shoei ändert es beim Caberg auch nicht viel, ob ich ihn aufmache oder nicht, er ist immer schweinelaut. Auf lange Strecken wird es deshalb sinnvoll sein, sich entweder Lärmschutzstöpsel in die Ohren zu tun oder In-Ear-Kopfhörer zu tragen. Letzteres habe ich neulich ausprobiert, klappte gut. Man konnte sogar Musik hören, eine ganz neue Erfahrung auf dem Motorrad.  

Hat man sich einmal daran gewöhnt, dass man den Helm jederzeit aufklappen kann, lernt man diesen Vorteil zu schätzen. In der Tankstelle ist es kein Umstand, mit offenem Helm reinzulaufen, und dennoch guckt niemand blöd und die Kassiererin versteht auch, an welcher Säule man geparkt hat. 

Mein Fazit: Guter Kauf, ist allerdings recht laut.

Samstag, 6. März 2010

Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden

Unsere Regierung führt sich auf wie im Kasperletheater, in den großen Amtskirchen herrschen, wie es scheint, Sodom und Gomorrha, zu unserem derzeitigen Außenministerdarsteller fehlen mir die Worte - und jetzt das:





Mal ehrlich: Muss das sein? Tut das Not? Haben wir das verdient?

Donnerstag, 25. Februar 2010

Achtung Werbung!

Das ist jetzt wirklich mal ein schöner Werbespot.



(Und die Musik ist auch nett)

Samstag, 20. Februar 2010

Der neue Hut

Alles neu macht der Frühling, und die Mädels kleiden sich ja schließlich auch neu ein. Also auf zur Frühjahrs-Herrenoberbekleidungs-Messe, die in München den irreführenden Namen IMOT (Internationale Motorradausstellung) trägt und sich umgesehen nach einem neuen Faltenfreien für das edle Haupt. Die Rede ist von einem Motorradhelm. Zum Glück ist der Shoei Raid II, den ich seit 2005 habe, nicht kaputt (durch Sturz oder so), aber das Diktat der Mode macht auch vor Helmen nicht halt. Man trägt inzwischen Klapphelm, was bedeutet, dass man bei dem neuen Caberg Sintesi das Vorderteil inklusive Visier hochklappen kann.

Das dürfte den einen oder anderen Tankvorgang geschmeidiger gestalten, denn hin und wieder kam es schon vor, dass die Kassenkraft äußerst unentspannt geguckt hat, wenn ihr plötzlich der Schwarze Mann mit rund 2,10 Metern Lebendgröße begegnete. Dabei hatte ich das Geld doch meistens abgezählt in der Hand! In Zukunft kann ich sie/ihn gewinnend anlächeln und muss mich dennoch nicht für jeden Tankstopp nackig machen.

Was man auch trägt, vor allem in Italien, das ist eine eingebaute Sonnenblende im Pilotenhelmstil: Am Hinterkopf sitzt ein Schieber, mit dem bei Bedarf eine getönte Scheibe ins Blickfeld geschoben werden kann - oder eben aus dem Blickfeld heraus, was auch sehr gut ankommt, wenn man aus der gleißenden Sonne am Gardasee in einen dieser Tunnel reinfährt, die innen sehr, sehr schattig sind.

Man kann diesen Helm auch offen fahren, also mit dem Vorderteil nach oben geklappt. Noch wichtiger: Man kann es nicht nur, man darf es sogar. Der Helm erfüllt, wie alle modernen Motorradhelme, die Prüfnorm ECE 22-05, und der Hersteller hat dafür gesorgt, dass sowohl die Grenzwerte für Integral- als auch für Jethelme eingehalten werden.

Das ist wichtig, wenn man in Italien unterwegs ist. Denn in Italien ist das Tragen von Motorradhelmen, die die ECE 22-05 einhalten, zwingend vorgeschrieben. Und wer gegen diese Vorschrift verstößt, wird drakonisch bestraft. Überliefert ist die Geschichte von mehreren süddeutschen Harley-Fahrern, die in der Nähe von Rom ihre normalen Integralhelme gegen so genannte Braincaps ohne Prüfzeichen eingetauscht haben, weil's kuuhler aussieht und weil ihnen unter den Integral-Pötten zu warm wurde. Sie wurden von der Polizei angehalten und ihre Motorräder wurden für mehrere Monate(!) beschlagnahmt. Zeitweilig sah es so aus, als ob der italienische Staat die Motorräder der Deutschen (zum Teil mehr als 30.000 Euro wert) gar nicht mehr zurückgeben, sondern meistbietend versteigern würde. Tja, jetzt ist mir auch klar, mit welchen Mitteln unterhalb des Schlagstockeinsatzes die Polizei vor ein paar Jahren ein paar hunderttausende römische Motorrollerfahrer dazu gebracht hat, dass sie von einen Tag auf den anderen nur noch mit Helm fuhren. In Palermo fährt man übrigens immer noch - Gesetz hin, Gesetz her - ohne Helm, weil die Mafia einen sonst für einen Auftragskiller halten und umnieten könnte.

Es gibt also gar keinen Grund, weshalb ich mit meinem neuen Helm bei meiner nächsten italienreise ins Schwitzen kommen sollte. Und wenn, dann ist das auch nicht schlimm, weil man bei meinem neuen Caberg Sintesi das Innenpolster rausnehmen und waschen kann. Bei seinem Vorläufer Shoei Raid II ging das nicht, und das hat mir dann nach ein paar Jahren förmlich gestunken

Freitag, 19. Februar 2010

One Single Nuclear Bomb Can Spoil Your Whole Day

Wer schon immer einmal ausprobieren wollte, wie das aussähe, wenn Kim Jong Il, unser exzentrische Sportsfreund aus Nord-Korea, eine seiner Atombomben, die er angeblich nicht hat, auf eine Großstadt wie - sagen wir mal - London werfen würde, kann dies jetzt relativ gefahrlos ausprobieren, ohne deshalb gleich vom MI6 als Terrorverdächtiger eingestuft zu werden: Eine nette kleine Applikation namens Ground Zero II kombiniert Google Maps mit eitwas Javascript, und schon kann's losgehen: Stadt auswählen, Bombe auswählen (zur Wahl steht eine Reihe von Kalibern, von Kim's Spielzeug bis hin zur "Zar"-Bombe, der stärksten Wasserstoffbombe, die je gezündet wurde) und ab geht die wilde Fahrt!
Natürlich habe ich die ganze Angelegenheit (Versuch macht kluch) gleich mal gestestet und eine Bombe vom Typ "Fat Man" über dem Marienplatz von München abgeworfen. Nun, was soll ich sagen: So eine deutsche Großstadt ist schon was Solides. Würde eine Fat Man mit ihren 21 Kilotonnen Sprengkraft vor dem Münchner Rathaus explodieren, wäre die Hitzewelle schon am Hauptbahnhof nicht mehr tödlich. Man würde also nur noch von der Druckwelle zermalmt oder, wenn man sich zuvor rechtzeitig nach Westen zurückgezogen hätte, so etwa auf Höhe des Laimer Bahnhofs, nichts von alledem. Man bekäme bloß Krebs vom Fallout.

Die eher schlechte Nachricht in diesem Zusammenhang ist, dass die USA von der "Fat Man" nur eine gebaut hat, und die wurde auch benutzt, und zwar 65 Jahren über Nagasaki. Heute lagern in den Depots eher A-Bomben vom Typ B61 mit 340 Kilotonnen Sprengkraft, und eine von denen würde das komplette Stadtgebiet von München in Schutt und Asche legen. Die MVG würde keine Dauerkarten für den Tarifbereich "Innenraum" mehr verkaufen können, weil es diesen "Innenraum" nicht mehr gäbe. In Anbetracht der Tatsache, dass von der B61 noch eine ganze Menge einsatzbereit herumliegen - und auch andere Staaten ähnliche Arsenale pflegen -ist es nur ein schwacher Trost, dass die Russen Bomben wie die 1961 gezündete "Zar" nicht mehr im Bestand haben. Eine solche Wasserstoffbombe mit 50 Megatonnen Sprengkraft würde den gesamten Landkreis München förmlich verdampfen lassen. Die Druckwelle wäre in einem Umkreis von 100 Kilometern spürbar.

Nach allem, was ich so gehört habe, hat der amtierende Träger des Friedensnobelpreises, Barack Obama, sich für eine weltweite Abschaffung von Nuklearwaffen ausgesprochen. Und da der Nobeplreis ja mit rund einer Million Euro dotiert ist, kann man ihm nur zurufen: "Mr President, tun Sie was für Ihr Geld!"

Dienstag, 2. Februar 2010

Stuttgart rund um die Uhr

Mal wieder ein Augenschmaus: Zwei Studenten der Hochschule der Medien haben diesen Film über 24 Stunden im Leben der Stadt Stuttgart gemacht. Die Besonderheit dabei: der Film wurde in der so genannten Stop-Motion-Technik mit einer digitalen Vollformat-Spiegelreflexkamera aufgenommen, also Bild für Bild in Zeitraffer

stuttgart24h from stuttgart24h on Vimeo.


Der besonderen Aufnahmetechnik ist auch die überragende Bildqualität zu verdanken. Sie kommt am besten auf einem großen Widescreen-Monitor mit entsprechender Auflösung zur Geltung. Die Musik zum Film hilft (ist aber in meinen Augen Geschmackssache). So habt Ihr Schtuagard noch nie gesehen;-)