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Sonntag, 8. Februar 2009
Update
Samstag, 7. Februar 2009
Alles iPhone, oder was?
Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich Apple-Käufer für etwas doof halte? In unserem Haushalt gibt es exakt einen Mac, das ist ein Performa 675, Anfang der 90er Jahre gebaut, den ich vor zehn Jahren einmal für 50 Mark bei meinem Ex-Arbeitgeber abgelöst habe und der seitdem - mangels sinnvollerer Einsatzmöglickeiten - meine Frau als Monitorständer dient. Für mich waren Macs immer nur die andere Sorte Computer: ebenso grau, etwas verspielter, deutlich teurer und etwas lahmer. Ein Betriebssystem, dem man nicht in die Autoexec.bat reinschreiben kann, was es beim Starten tun soll? Nicht meins. Und kreatives Schreiben ohne die Backspace-Taste? Wie soll das gehen? Zudem ließen sich religiös verblendete Apple-Jünger so herrlich leicht beleidigen. Eine Kollegin, die ich mal vor vielen Jahren traf und mit ihr über Computer sprach, fragte mich mit leuchtenden Augen: "Und was für einen Mac hast Du?" Meine Antwort traf sie tief: "Ich habe keinen Mac, ich habe einen richtigen Computer."
Und dann kam das iPhone. Eigentlich müsste ich ja I-Phone oder Iphone schreiben, denn Substantive mit kleinem Buchstaben sieht der Duden nicht vor. Mehrere Jahre lang haben wir das bei Internet World Business auch so gemacht, schließlich schreiben wir ja auch nich Yahoo! oder DaimlerChrysler ohne Bindestrich. Weder die Yahoos noch die Daimlers haben sich je über unsere Duden-Konforme Eindeutschung ihrer Markennamen beschwert, wohl aber mehrere fanatisierte Leser, deren E-Mail-Adressen auffällig häufig mit @mac.com endeten. Man kann von Steve Jobs halten, was man will, aber seine Marken-Groupies hat er im Griff.
Das iPhone, der Urknall auf dem Gebiet des mobilen Internet-Endgerätes. Das erste Handy, mit dem man ganz normal ins Internet gehen kann, hat mir mal ein in seiner Urteilskraft offenbar ernsthaft eingeschränkter Apple-Jünger begeistert erklärt. Ich musste in diesem Moment irgendwie befremdet auf mein Handy gucken, das ich seit 2004 mit mir herumtrage. Es ist ein VPA Compact von Vodafone (im Bild links), gebaut von der taiwanesischen Firma HTC, und natürlich kann man damit ins Internet gehen - deshalb habe ich es ja damals gekauft. Man kann Mails schreiben, Fotos nach Flickr hochladen, Google Maps benutzen, twittern, das aktuelle Kinoprogramm durchsuchen, Wikipedia-Artikel lesen oder die aktuellen Meldungen der Tagesschau ansehen.
Leider kann man dies nur ganz gemächlich tun, denn das VPA Compact kann nur per GPRS Daten empfangen, das sind im besten Fall 54 kbit/s, ein Megabyte ist damit im günstigsten Fall innerhalb von 2,5 Minuten übertragen, meist dauert es länger. Und der Spaß ist teuer: Zusätzlich zu meinem Mobilfunkvertrag zahle ich Vodafone jeden Monat 5 Euro für 5 MB Freivolumen, jedes weitere Megabyte kostet 3,84 Euro. Das glaube ich zumindest damals gelesen zu haben, bevor mir schwarz wurde vor Augen. Diese Preise zwingen zu einer gewissen Datensparsamkeit, deshalb habe ich bereits seit Jahren auf meiner Kemperzone eine eigene Website nur für PDAs, Smartphones und WAP-Handys. Trotz schütterer Übertragungsrate sind die Inhalte innerhalb von Sekunden übertragen, Plain HTML eben, ohne Tricks und Klicki-Bunti.
Beim iPhone, sagt eine Kollegin, ist eine Internet-Flatrate dabei. Damit kannst Du soviel surfen, wie Du willst. Und sie guckt auf meinen treuen Begleiter, als sei er eine rumänische Sardinendose. Besagte Kollegin war so scharf auf das Apple-Smartphone, dass sie im Sommer 2007, Monate vor der offiziellen Markteinführung, bekannt gab, sie werde jetzt ihr altes, blödes Handy (ein Nokia N95, nebenbei bemerkt, das alles kann außer Cappucino kochen) solange nicht mehr benutzen, bis sie endlich ihr iPhone in den Händen halte. Die Erreichbarkeit der besagten Kollegin war in der Folgezeit tatsächlich merklich eingeschränkt.
Auf der Online-Marketing-Düsseldorf 2007 liefen die ersten Onliner mit gehackten iPhones herum - und waren so begehrt wie heute höchstens Fahrer eines Tesla Roadster. Damals wurde auch der erste - und bis heute ungeschlagene - iPhone-Witz erfunden: Woran erkennt man einen iPhone-Besitzer? Er zeigt es einem vor.
Die wachsende Gemeinde der iPhone-Süchtigen ließ sich von sachlicher Kritik nicht beirren. 400 Euro für das Handy und 100 Euro pro Monat für den Vertrag? Warum nicht, es kann ja so viel. Trotz Bluetooth-Schnittstelle kann man keinen GPS-Empfänger anschließen? Wieso, ich mag ohnehin keine Navis. Und den Akku kann man auch nicht austauschen? Naja, im Moment läuft er ja noch.
Erwähnte ich bereits, dass ich Apple-Kunden für ein bisschen dumm halte?
Anfang 2008 kam dann die Meldung, dass das iPhone zwar erst einen Marktanteil von wenigen Prozent am Handymarkt erreicht habe, aber Google bereits festgestellt habe, dass iPhone-Nutzer bei den Aufrufen der Google-Mobilsuche die Mehrheit stellten. Das fand ich beeindruckend. Und dann bekam eine Werbeagentur haufenweise Preise für ein kleines Programm, das aus einem iPhone eine Wasserwaage macht. Die Agentur hatte das Programm für die Website eines Werkzeugherstellers entwickelt, "und es ist mittlerweile schon 800mal heruntergeladen worden". Wenn jetzt jeder Zehnte, der das Programm auf sein iPhone geladen hat, um seine Kumples zu beindrucken, tatsächlich eine Bohrmaschine gekauft hat (was ich für ausgesprochen mutig gerechnet halte), dann hat der Coup der Agentur drei Preise und dem Auftraggeber einen Mehrumsatz von vielleicht 1.600 Euro gebracht. Dafür gibt es etwa 2,5 iPhones.
Ich beschloss, das iPhone nicht zu mögen.
Ich mag auch nicht den Kultfilm "Diva", ich habe auch nicht mit dem Kochen angefangen, nur weil das jetzt alle machen. Und ich brauche ein Smartphone, das mit Outlook synchronisiert, das mit meiner Navi-Software klar kommt, das meine Musik spielt, mit dem ich Mails empfangen und senden kann und mit dem ich telefonieren kann - und das natürlich auch einen Webbrowser hat. Also mein VPA compact.
Nur schneller, also UMTS statt GPRS. Und die Kamera könnte etwas besser sein. Und irgendwie sollte das Ding so sein, dass man es nicht aus Versehen anschaltet und einen Butt Call absetzt (das haben sie beim iPhone nämlich wirklich gut hingekriegt). Und zuhause möchte ich natürlich über WLAN ins Netz statt zu den unsittlichen Vodafone-Datentarifen. Ach ja, und den GPS-Receiver für das Navi bitte eingebaut, denn meiner GPS-Bluetooth-Maus ging immer zum unpassenden Moment der Akku aus. Also im Grunde so wie mein VPA compact, nur anders eben.
Die bei HTC in Taiwan sind ja nicht blöd. Bereits im Frühjahr 2007 brachte HTC das Modell P3600 heraus, Beiname "Trinity". Und Vodafone zeigte das Trinity auf der CeBIT 2007 als adäquaten Nachfolger des VPA Compact. Der Name: VPA Compact GPS. Der neue, leider nicht mehr in elegantem Alu verpackte VPA bot die schnelle Datenübertragung UMTS mit bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde (das ist etwa 70mal schneller als GPRS), er hatte ein neues Betriebssystem (Windows Mobile 5), einen eingebauten GPS-Empfänger, WLAN-Empfang, ein seitlich eingebautes Scrollrad zum schnelleren Surfen, Voice-Dialing und ein paar weniger wichtige Extras. Kurz: Die hatten mein neues Telefon am Start!
Meine Ehe mit Vodafone währt jetzt schon mehr als zwölf Jahre, und es sah gut aus für eine weitere Runde - bis ich den Preis hörte: 400Euro Zuzahlung wollte Vodafone sehen, wenn ich gleichzeitig meinen Vertrag um zwei Jahre verlängere. Und mehr Surfvolumen wäre auch kein Problem, bei 30 Euro Zusatzgebühr pro Monat. Mein VPA Compact hatte drei Jahre zuvor schmale 149 Euro Zuzahlung gekostet.
Irgendwann Ende 2008 hat Vodafone das VPA Compact GPS aus dem Programm genommen. Billiger geworden ist es nie. Ich habe dann meinen Vertrag gekündigt.Teure Vertragshandys habe andere auch.
Vergangene Woche habe ich mir ein VPA Compact GPS gekauft. Gebraucht, aber bestens in Schuss. Auf eBay. Für 136 Euro inklusive Versand (im Bild rechts). Es ist schnell, es ist geil. Es liegt gut in der Hand, hat über eine Zusatzsoftware eine wirklich coole Beutzeroberfläche verpasst bekommen und kann alles, was ich will (okay, bei der Bluetooth-Anbindung an mein Notebook sind noch Fragen offen, aber die werde ich auch noch lösen). Natürlich kann man den Akku selbst austauschen. Ein Ersatzakku kostet 9,90 Euro.
Ein iPhone, ich? Nein danke.
Nachtrag: Das iPhone zeigt die Websites so, wie sie wirklich sind, sagt der Mann in der Werbung. Das geht mit meinem neuen Handy natürlich auch. Der Browser, der das möglich macht, heißt Skyfire
Freitag, 30. Januar 2009
Combat-Fasching
Dienstag, 27. Januar 2009
Fluggastrechte in der EU? Nicht für jeden Fluggast...
Die gute Nachricht: Wenn man der EU in höflichem, sachlichen Tonfall ein Problem vorträgt, bekommt man auch eine Antwort. Die zweite gute Nachricht: Es dauert auch noch nicht mal so lange. Zehn Tage finde ich okay angesichts der Größe des EU-Wasserkopfes, äh, -Verwaltungsapparates.I thank you for your message to our mailbox "TREN INFORMATIONS".
We do sympathise for your problem, which is shared by a number of passengers including myself.
It is correct that EU Regulation 1107/2006 establishes rules for the protection of and provision of assistance to disabled persons and persons with reduced mobility travelling by air, both to protect them against discrimination and to ensure that they receive assistance.
In the sense of Regulation 1107/2006 "disabled person" or "person with reduced mobility" means any person whose mobility when using transport is reduced due to any physical disability (sensory or locomotor, permanent or temporary), intellectual disability or impairment, or any other cause of disability, or age, and whose situation needs appropriate attention and the adaptation to his or her particular needs of the service made available to all passengers.
The difficulty in your case is that it does not apply to tall people: tall people are not as such disabled, and do not suffer as such from reduced mobility.
Unfortunately, there is no other rule which at Europan level would impose specific constraints upon airlines to accomodate very tall people.
Best regards,
Christophe DUSSART
Sonntag, 25. Januar 2009
Yamaha gepökelt
| Von 2009_Achensee |
Okay, letzten Sonntag war zwar Saison Opening, aber die Sonne war nicht da. Heute ließ sie sich nicht lumpen - also rauf aufs Krad. Nette Runde gefahren: Bad Tölz, Sylvensteinspeicher, Achensee und zurück - 236 Kilometer, sagt der GPS-Logger. Gefühlt hatte es fünf Grad, als ich in München auf meine Yamaha stieg, aber wer weiß das schon so genau. Draußen im Land war es jedenfalls mächtig frisch, aber wir sind ja nicht aus Zucker.
Heftig gezuckert sah allerdings meine Maschine am Ende der 230-Kilometer-Tour aus. Und bei meinen neuen Held-Winterhandschuhen habe ich ein Detail schmerzlich vermisst, das meine Held-Sommerhandschuhe haben: Die Gummi-Lippe am linken Zeigefinger, mit der man sich so schön praktisch das Visier sauberwischen kann. Das hätte ich heute gut brauchen können, denn die Autos, die vor mir fuhren, wirbelten jede Menge salzige Gischt auf.
Entschädigt wurde ich durch tolle Winterlandschaften in Tirol - und eine Tankfüllung Normal Bleifrei für 99,3 ct pro Liter - der österreichische Finanziminister ist halt auf anderen Feldern gierig als der deutsche.
Alles in allem eine schöne Tour. Und sowohl meine Yamaha als auch ich haben uns unsere Dusche danach (die Maschine mit dem Hochdruckreiniger, ich mit der heißen Brause) redlich verdient.
Dienstag, 20. Januar 2009
Let's talk Germish!

Montag, 19. Januar 2009
War frisch heute
In Berg am Starnberger See halte ich an einer Tankstelle und fasse Sprit - und einen Plan: Über mir spannt sich eine Wolkendecke, aber die Alpen stehen hell, klar und verlockend am Horizont. Warum nicht schnell dorthin fahren? Mein Navi hat von einer vergangenen Tour noch den Achensee in der Zielliste stehen, also los.
Der GPS-Empfänger steckt hinten auf dem Gepäckträger in einer Tasche und funkt seine Signale via Bluetooth an das Handy. Die Navigationssoftware (TomTom Navigator 6) ist eigentlich nicht für Motorräder gemacht, doch die Entwickler hatten offenbar dennoch ein Herz für Biker. Wenn man als Option für die Streckenberechnung die Einstellung "Autobahn vermeiden" wählt, dann errechnet das Programm eine Strecke, auf der man flott voran kommt, die aber oft auch sehr schön ausfällt. Richtig eingesetzt, lenkt das Navi auch nicht übermäßig vom Fahren ab. Es zeigt an, wann der nächste Abzweig kommt, bis dahin hat man Ruhe. A propos Ruhe: Natürlich hat das Navi auch eine Sprachausgabe, und ich habe mir extra dafür einen Kopfhörerausgang an die Navitasche gebastelt. Aber den Kopfhörer benutze ich selten, meist reicht das, was ich sehe vollkommen aus.
Hier ist von Tauwetter wenig zu spüren. Links und rechts der Straße ist alles weiß. Die Straße selbst ist leicht feucht, am Motorrad zeigen sich die ersten Salzablagerungen. Meine Michelin Pilot Road 2 gelten als die idealen Reifen für sowas, nichts rutscht oder schlittert, dennoch traue ich dem Braten nicht und lasse es ruhig angehen. Die Griffheizung arbeitet auf höchster Stufe, dennoch werden die Finger immer kälter. In Emmerkofen, einem winzigen Nest wenige Kilometer vor Dietramszell mache ich eine letzte Pause und genieße das Alpepanorama am Horizont. Dann programmiere ich das Navi auf Heimatkurs und fahre über Harmating, Thanning und Deining in Richtung Kloster Schäftlarn. Eigentlich könnte ich das Gerät jetzt ausschalten, denn hier kenne ich jeden Meter. Auf der kurvigen Strecke zwischen Kloster Schäftlarn und Hohenschäftlarn will ich es wissen: Kriege ich Blickführung und Schräglage noch so gut hin wie im Herbst? Die feuchte, kalte Straße lässt mich zögern - das ging vor einem halben Jahr noch besser. Der begrenzende Faktor bin aber eindeutig ich: das Motorrad zieht seine Bahn wie an einer Schnur gezogen, die Reifen - obwohl sie schon fast 10.000 km auf der Pelle haben - rutschen nicht.